Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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312 dringend nothwendig iſt für Ihre Zukunft, für die meines Freundes, für die der Kinder, muß ich die feierliche Er⸗ klärung vorausſchicken, daß ich nicht nur die ganze Größe des Unrechts, welches Ihnen geſchehen, fühle, ſondern daß ich auch noch vor Kurzem ihm mit den Worten der Ueber⸗ zeugung dies Unrecht vor Augen führze und ihn durch die Gewalt der Wahrheit zwang, daſſelbe einzugeſtehen, was er auch der Hauptſache nach that. Dabei aber werden Sie mir erlauben, daß ich Madame Duvallet, die unſeren Worten voll Verwunderung zuhört, yon der eigenthümlichen Lage in Kenntniß ſetze, in der Sie ſich befinden, eine Lage, die mich zu Ihrem eigenen Beſten zum Reden zwingt.

Die Fremde preßte ihre Lippen aufeinander, that einen tiefen Athemzug und zuckte alsdann leicht mit den Achſeln, als wenn ſie ſagen wollte:Was kann ich machen? ich muß über mich ergehen laſſen, was da kommt.

So ſehr ſich auch Alice im Nebenzimmer bemühte, mit den Kindern zu ſprechen, und nur auf ihre Antworten hörend ihr Ohr allem Andern zu verſchließen, ſo war es doch, als herrſche rings umher die tiefſte Stille, und als wäre in der ganzen weiten Welt nichts hörbar als die Worte Victors, die laut und klingend an ihr Herz ſchlugen, und die ſie ihres ſeltſamen Inhalts wegen tief durchſchauer⸗ ten.Madame Nicolai, ſagte der junge Mann mit einer Handbewegung auf die Fremde:iſt nicht Madame Nicolai, ſondern Madame Thereſe Stifter, die Frau eines meiner Freunde, der nicht vor Kurzem geſtorben iſt, ſondern den ich noch vor wenigen Stunden geſprochen, wo er bei mir war, ſich verzweiflungsvoll beklagend, daß ſeine Frau

mit ihren beiden Kindern ihm entflohen. Bei

dieſen Worten ging auf dem Geſichte der ſchwarz gekleideten Fremden allmälig eine gewaltige Veränderung vor; ihre Lippen, die ſie feſt aufeinander gepreßt hatte, fingen an zu

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