Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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310 die ich leider an Ihnen kenne, und die es unmöglich machen wird, ein ruhiges Wort mit Ihnen zu reden.

Das kannſt Du doch wahrhaftig der Madame Nicolai nicht übel nehmen, ſprach die Commerzienräthin mit herz⸗ licher Stimme und einem Ausdrucke der Rührung in ihren Zügen.Die arme Madame Nicolai hat vor ganz Kurzem ihren Mann verloren.

Bei dieſen Worten ſah man eine Sekunde lang ein bitteres Lächeln auf den Zügen Victors. Er hob ſeine rechte Hand empor, während ſich ſeine Lippen haſtig öffne⸗ ten; doch als ob er fühlte, es ſei hier nicht am Platze, etwas vielleicht Unüberlegtes zu ſprechen, fuhr er mit der Hand über das Geſicht und ſagte mit einer verbindlichen Verbeugung gegen die Fremde:

Vielleicht geſtattet Madame Nicolai, daß ich ein Wort allein mit ihr rede.

Alice erhob ſich raſch von ihrem Sitze und die Com⸗ merzienräthin blickte fragend auf die Fremde, welche aber mit einer ängſtlichen Geberde beide Hände erhob, und die Damen dadurch zu bleiben bat, worauf ſie dem jungen Manne kalt und ruhig erwiederte:

Ich wüßte nicht, was ich mit Ihnen zu reden hätte.

Nun gut denn, ſprach dieſer nach einer Pauſe in ſehr entſchloſſenem Tone.Wenn Sie das, was ich Ihnen zu ſagen habe, nicht allein hören wollen, ſo werde und muß ich mir erlauben, vor meinen Verwandten zu ſprechen. Ich bin das meinem Freunde ſchuldig; ich bin das dieſen armen Kindern ſchuldig, ich bin das Ihnen ſchuldig, Madame.

Die Angexedete zuckte leicht zuſammen, ſie faltete ihre Hände und ließ ihr Haupt tief auf die Bruſt herabſinken. Da ſie aber hierbei auf ihre Kinder blickte, fuhr ſie plötz⸗ lich in die Höhe und rief mit ſchmerzlicher Bewegung: Reden Sie meinetwegen, Herr Barring; ſagen Sie,

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