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höchſter Ueberraſchung beiwohnte, brauchen wir eigentlich nicht zu ſagen; da aber ihre Neugierde hiedurch mächtig angeregt wurde, ſo verſchwand neben dieſer jedes andere Gefühl und ſie blickte der Entwicklung mit großer Spannung entgegen.
Nicht ſo Alice; was ſie eben geſehen und gehört, be⸗ rührte ſie ſchmerzlich. Sie ſah wohl, daß das Erkennen der Beiden kein freudiges war; es konnte ihr unmöglich der finſtere drohende Blick aus den Augen der Fremden un⸗ bemerkt bleiben, mit dem dieſe Victor anſtarrte, als ſie ihm Antwort gab. Sie hätte ſo gern das Zimmer verlaſſen: ſie wollte ſich von ihrem Sitze erheben und legte ihre rechte Hand auf den Arm der Mutter, wobei ſie dieſe fragend anſah. Als ihr dagegen Madame Duvallet ein Zeichen machte, ruhig zu bleiben, ließ ſie ihren Kopf niederſinken — ſie wollte es vermeiden, in die eigenthümlich glänzen⸗ den Augen der ſchwarzgekleideten Frau zu blicken.
„Ich bin wirklich hoch erfreut, Sie hier zu finden,“ ſprach Victor, indem er ſich der Dame näherte und zutrau⸗ lich ihre Hand zu faſſen ſuchte, die ſie ihm aber mit einiger Heftigkeit entzog.„Aber ſagen Sie mir, Thereſe, welch' glückliches Ungefähr brachte Sie gerade hieher zu meinen Verwandten?“
„Das iſt mein Geheimniß,“ erwiederte Madame Nicolai mit einem ſcharfen Tone der Stimme, den ſie aber gleich darauf milderte, als ſie, zu Madame Duvallet gewendet, bittend hinzuſetzte:„Nicht wahr, Frau Räthin, das iſt unſer Geheimniß?— Ich wußte gewiß nicht,“ ſprach ſie gleich darauf weiter und betonte jedes Wort hart und ſchneidend,„daß ich hier bei Verwandten von Ihnen bin, Herr Barring.—— Ich wäre alsdann wahrſcheinlich nicht hieher gegangen.“
Der junge Mann zuckte mit den Achſeln und verſetzte:
„Ich ſehe wohl, Sie ſind in einer Gemüthsverfaſſung,


