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Dieſe Präſentation hätte vielleicht die gleichen Folgen gehabt, welche bei fremden Leuten, die ſich zum erſten Mal ſehen, gewöhnlich ſind: eine ſtumme Verbeugung, ein Paar verbindlich klingende Worte oder etwas Aehnliches,— wenn ſich nicht in dieſem Augenblicke die kleine Bertha aus den Armen ihrer Mutter losgewunden und laut und freudig ausgerufen hätte:„Herr Barring!“ und wenn ſie nicht daxauf zu ihrem Bruder geſagt hätte:„Siehſt Du, Fer⸗ dinand, der Herr Victor, der immer mit Papa kam und mit uns ſo gern gelacht hat.“ 1
„Ja,“ gab der Knabe trotzig zur Antwort,„ich kenne ihn wohl, aber er iſt auch lange nicht mehr da geweſen; ich mag ihn nicht mehr ſo gut leiden.“
Der junge Muſiker, ohne auf die Ueberraſchung ſeiner Tante und Alicens zu merken, eilte raſch ein Paar Schritte auf die ſchwarzgekleidete Fremde zu, blickte ſie ſcharf an, und rief dann laut:
„Ahl ſind Sie es wirklich, Thereſe!— Gott ſei Dank! daß Sie es ſind.—— Verzeihen Sie, Madame Nicolai,“ ſetzte er alsdann mit einem bittern Lächeln hinzu,„daß mich die Ueberraſchung zwang, Sie, die vielleicht von mir nicht gekannt ſein wollten, hier vor dieſen Damen zu erkennen.“
Ein Paar Sekunden lang ſaß die Fremde regungslos da und gab durch keine Bewegung zu verſtehen, daß ſie auf die Begrüßung Victors eingehen wolle; doch ſchien ſie ſich plötzlich beſonnen zu haben, ſie hob langſam ihren Schleier empor, ſie zeigte dem Erſtaunten ihre bleichen, ent⸗ ſchloſſenen Züge mit dem kalten Blicke, und nachdem ſie ihn eine lange Weile feſt angeſehen, ſagte ſie mit leicht zit⸗ ternder Stimme:
„Ja, ich bin es, Herr Barring, die unglückliche Frau Ihres Freundes.“
Daß die Commerzienräthin dieſer Erkennungsſcene mit


