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ſeinem einſamen Schloſſe, wo er keinen Menſchen ſieht und wo er ſich nur der Erziehung ſeiner Tochter widmet.“
„Aber trotz allem dem iſt es für eine Mutter hart, ihr Kind nicht bei ſich haben zu können,“ meinte Alice, indem ſie, wenn gleich widerſtrebend, die Partei der Baronin nahm.„Es muß ſie das ſehr unglücklich machen; es muß das ihr Herz zerreißen.“
„Wovon man aber ſehr wenig bei ihr bemerken ſoll,“ ſprach die Commerzienräthin achſelzuckend.„Sie verlebt in Luſt und Freude ihre Tage, macht trotzdem, daß ſie eine Frau ohne Mann iſt, ein großes, glänzendes Haus, gibt die größten Geſellſchaften, bei denen es ſehr luſtig zugehen ſoll, und wo man gewiß ſehr wenig davon merken wird, daß die Herrin eigentlich einen tiefen Kummer im Herzen tragen ſollte und graugekleidet Buße thun.— Aber was gehen uns dieſe Verhältniſſe eigentlich an?“ fuhr ſie gleich darauf heiterer fort;„die Baronin Molitor lebt von ihrem Manne getrennt, alſo werden Sie, meine beſte Madame Nicolai, nicht mit ihr zuſammen kommen, und kann es Ihnen gleichgültig ſein, wie ſie iſt. Was den Freiherrn anbelangt, ſo iſt er allerdings eine eigenthümliche Perſön⸗ lichkeit, wenn man aber ſeinen klar ausgeſprochenen Willen befolgt, ſo ſoll es durchaus nicht ſchwer ſein, mit ihm zu leben und ſeine Zufriedenheit zu erlangen.“
„Aber Mama,“ ſagte Alice,„Du wirſt doch zugeben, daß Mamſell Schulz Alles gethan, was in ihren Kräften ſtand?“
„Mamſell Schulz,“ erläuterte die Commerzienräthin, „war Ihre Vorgängerin, und dieſelbe hat ſich gewiß, was ihren Dienſt betrifft, die Erziehung des kleinen Mädchens nämlich, durchaus nichts zu Schulden kommen laſſen. Aber wie wir erfahren, hatte es Mamſell Schulz nicht verſchmäht, mit der Baronin Molitor in Verbindung zu treten. Ich


