Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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für meine Perſon möchte ihr das gerade nicht ſo hoch an⸗ rechnen, denn die Baronin hat es gewiß an keinem Mittel fehlen laſſen, um ſich die Erzieherin ihrer kleinen Tochter geneigt zu machen. Das war die Klippe, an der Mamſell Schulz geſcheitert iſt, und wohl die einzige im Hauſe, vor der man ſich in Acht zu nehmen hat und die auch gewiß nicht ſo ſchwer zu vermeiden iſt.

Und warum verſuchte es die Frau von Molitor, ſich durch die Erzieherin ihrer kleinen Tochter zu nähern? fragte die Fremde.Hat ſie nicht auch ohne das ein Recht dazu?

Man kann einer Mutter dieſes Recht wohl nicht ab⸗ ſprechen, entgegnete Madame Duvallet.Aber das ſind gerade die eigenthümlichen Verhältniſſe in jenem Hauſe, daß der Herr deſſelben und er wird wohl ſeine triftigen Gründe dazu haben ſeine Frau, die von ihm getrennt lebt, durch alle Mittel, die ihm zu Gebot ſtehen, von ihrer Tochter fern zu halten ſucht.

Das iſt hart, ſagte die Wittwe, indem ſie ihre eigene Tochter feſter an ſich zog.Er ſollte der Mutter nicht verbieten, zuweilen ihr Kind zu ſehen. Ich habe gewiß nicht Urſache, fuhr ſie nach einer Pauſe fort,dieſen Da⸗ men das Wort zu reden, aber es iſt hart, einer Mutter den Anblick ihres Kindes zu verſagen.

Wozu Sie aber aus allen Kräften mitwirken müſſen, meine beſte Madame Nicolai, bemerkte achſelzuckend die Commerzienräthin.Es iſt dies wohl die erſte und Haupt bedingung, die Ihnen von Seiten des Freiherrn geſtellt werden wird.

Und die ich mit dem Dienſte auch werde annehmen müſſen, verſetzte die Wittwe, indem ein bitteres Lächeln über ihre Züge flog.Seien Sie aber dagegen überzeugt, fuhr ſie, ſich verbindlich gegen Madame Duvallet verneigend,