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verletzt wurde, als er am Rathhausfenſter vor ſeinem Schreibpulte ſtand, denn er ſoll ſich, was das Herum⸗ ſchnüffeln anbelangt, noch nicht ſtark gebeſſert haben.“
Herr Scheidel wollte in die Höhe fahren, um zu einer großen Rechtfertigung anzuſetzen; doch hatte ſein Blick etwas Triumphirendes, was immer bei ihm ſichtbar wurde, wenn man ihn in Abweſenheit ſeiner Frau für einen Don Juan, Lovelace oder ſonſtigen berühmten Verführer ausgab.
„Laß' gut ſein, Scheidel,“ ſprach der Hausherr,„wir,
Deine genauen Freunde, wiſſen, daß dieſe Beſchuldigung ungerecht iſt. Seit Du bei Deiner Liebſten und nachherigen Frau Erhörung fandeſt, biſt Du ein exemplariſcher Ehemann geweſen, und ich bin überzeugt, wenn Du ſelbſt einmal in Gedanken gefehlt hätteſt, würdeſt Du das beim nächſten Buß⸗ und Bettag Deiner Frau gebeichtet haben.“ gpwiſchen dieſen Reden, die beim Klingen der Gläſer und dem fleißigen Zuſprechen der ſtaubigen Flaſchen um den Tiſch flogen, drangen aus dem Nebenzimmer die Töne des Pianoforte, wie wir ſie vorhin ſchon auf der Straße gehört, jetzt in kräftig angeſchlagenen Accorden, dann in leiſen Klängen, die ſchmerzlich zu klagen und von tiefen Leiden zu ſprechen ſchienen, zuweilen aber in greller Luſt wie in erzwungener Heiterkeit emporloderten, um dann für den Augenblick mit einer Diſſonanz zu ſchließen.
Der alte Herr, der ſo bedächtig ſprach und aus der Cölner Pfeife rauchte, ein Steuereinnehmer, hatte ein dickes wohlgenährtes Geſicht, und der Fabrikant daneben pflegte von ihm zu ſagen, er habe einen merkwürdigen Kopf, denn er könne ſich an die Stirne treffen, wenn er mit der Hand auf ſein Hinterhaupt ſchlage. In der That beſaß er eine ſtattliche Glatze von einer faſt komiſchen Glätte und Politur, welche an beiden Schläfen mit wucheriſchen, drohend empor⸗ ſtehenden, ſtruppigen Haaren bekränzt war. Er that einen
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