Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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ſeine kleinen, ariſtokratiſchen Hände und Füße, angenehm verbunden mit den runden Formen der Mutter. Von der Letzteren hatte ſie die wunderbarſten hellblonden Haare, während ihr dunkles, feingeſchlitztes Auge, ſowie die zierlich gewölbten, ebenfalls dunklen Brauen an den Vater und deſſen Heimat erinnerten. Auch ihr Inneres hielt auf's Glücklichſte die Mitte zwiſchen beiden Eltern; man konnte ſagen: ein gutes Schickſal theilte ihr von den Eigenſchaften jedes derſelben ſo viel mit, um ihr Gefühl und ihr Herz ſo zu bilden wie es war ein wunderliebliches Ganze, wohl⸗ thuend, beglückend für ihre Umgebung.

Alice hatte den Ernſt, die Energie ihres Vaters, welche aber gemildert waren durch die Heiterkeit ihrer Mutter. Wie dieſe lachte ſie gern, doch bedurfte es ſchon einer in der That komiſchen Veranlaſſung, oder, wo dieſe ſich nicht ergab, die vor Glückſeligkeit funkelnden Augen der Com⸗ merzienräthin, um die Tochter ebenfalls zu einem Ausbruch von Luſtigkeit mit fortzureißen, welche dann aber gleich wieder gehemmt wurde durch einen ernſten Blick des Herrn Duvallet oder ein leiſe ausgeſprochenes:Aber Alice!*

Daß der Commerzienrath bei gelungenen Speculationen ſowie bei langjährigem Fleiße ein wohlhabender, vielleicht ein reicher Mann geworden ſei, vermutheten Bekannte und Geſchäftsfreunde. In ſeinem Leben, in ſeinen Ausgaben ſah man nichts davon; er hatte ſeit langen Jahren die

gleiche Wohnung im zweiten Stocke des elterlichen Hauſes ſeiner Frau inne, ein mäßiges Appartement, das wohl den

Bedürfniſſen der Familie entſprach, das aber durchaus in

keinem Verhältniß ſtand zu dem Vermögen, das man be⸗ rechtigt war ihm zuzuſchreiben. Wenn Herr Duvallet auch ſein Geſchäft den Anforderungen der Zeit gemäß von Jahr zu Jahr vergrößerte, ſo geſchah das doch nicht in

dem Maßſtabe, daß er dazu ſeine bereits erworbenen Capi⸗