leuchteten immer heiter und ſchalkhaft; um ihre Mund⸗
winkel ſpielte ein unausſprechliches Behagen und wetter⸗ leuchtete es bei jedem freundlichen Gruße, ſo daß man bei der kleinſten Aufforderung, bei einem einigermaßen an⸗ regenden Worte eines herzlichen Lachens gewiß ſein konnte. Es gab ſchalkhafte Freunde genug, ältere Bekannte des Hauſes, die ſtets ein Wort in petto hatten, welches Ma⸗ dame Duvallet zum Lachen brachte, wobei dann nichts komiſcher war, als wenn die wohlbeleibte Dame den ſtets mißlungenen Verſuch machte, ſich über ihre eigene Luſtig⸗ keit zu ärgern und ihr Geſicht finſter zu verziehen.
Herr Duvallet war von Geburt ein Franzoſe; ſein Vater, aus Frankreich emigrirt, hatte ſich in der deutſchen Reſidenz niedergelaſſen, und um ſich fortzubringen ſowohl Sprach⸗ als Tanzunterricht gegeben. Der jetzige Commer⸗ zienrath war zu Anfang des Jahrhunderts in Deutſchland geboren, lernte mit Leichtigkeit ſowohl die Sprache ſeiner neuen wie die ſeiner alten Heimat; der Vater unter⸗ richtete ihn ſelbſt, beſtimmte ihn zum Handelsſtande und fand auch für den munteren, aufgeweckten Knaben eine Lehrſtelle in einem angeſehenen Kaufmannshauſe.
Sowohl im Aeußern wie im Innern war der Com⸗ merzienrath das vollkommenſte Gegentheil von ſeiner Frau; eher klein als groß, war er mager und hatte ſchwarzes Haar, während Madame Duvallet in ihrer Jugend auf ihre ſchönen blonden Locken ſtolz geweſen war. Wenn der Commerzienrath auch gerade keine finſtere Gemüthsart hatte, ſo ſah man ihn doch nicht allzuhäufig lächeln, lachen eigent⸗ lich nie; dagegen war er ſehr mittheilſam, ſprach gut, klar
und beſtimmt, und ebenſo waren auch ſeine Befehle im
Haus und auf dem Comptoir. Die Bewegungen ſeines Körpers paßten vollkommen zu der Energie, mit der er ſeine Anordnungen traf und darüber wachte, daß dieſe


