Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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13 auch wieder, wie ſie ſein ſollen. Man muß aber aus dieſer Aeußerung nicht den Schluß ziehen, als ſei Madame Duvallet eine Feindin der geſelligen Vergnügungen oder öffne ihr Haus Bekannten und Freunden nicht gerne. Im Gegentheil; ſo wie ſie bei andern Leuten gerne ge⸗ ſehen war, ſo ſah ſie auch gern andere Leute bei ſich, und neben den nothwendigen, ſich nicht in chronologiſcher Ord⸗ nung folgenden Einladungen zum Thee oder Kaffee trank die Commerzienräthin ihren Kaffee in einem Montagskranz und ihren Thee in den drei wöchentlichen Abendſitzungen des Vereins für alte hülfsbedürftige Jungfrauen, für ver⸗ wahrloste Kinder von Taglöhnern und in der anonymen Geſellſchaft zur Erzielung ordentlicher Dienſtboten weiblichen Geſchlechts, bei welch' letzterer Geſellſchaft ein Tugendpreis geſtiftet worden, der aber in den letzten Jahren verſchiedener Umſtände halber nicht mehr ausgetheilt werden konnte. Die Commerzienräthin war eine große und ſehr corpu⸗ lente Frau; unter ihrem breiten, offenen und freundlichen Geſichte zeigte ſich ein behäbiges Doppelkinn; ihre Taille war im Lauf der Jahre ſo ziemlich verſchwunden, und nur, wenn die gute Frau herzlich und laut lachte, was ſehr häufig geſchah, konnte man allenfalls mit einiger Wahr⸗ ſcheinlichkeit ſagen, wo ſie in der Jugend ihre Gürtelbänder getragen. Wie es mißvergnügte und finſtere Menſchen gibt, deren üble Laune anſteckend iſt und bei deren Er⸗ blicken einem die ganze Atmoſphäre mit Eſſig geſchwängert zu ſein ſcheint, oder die uns einen zuſammenziehenden Ge⸗ ſchmack wie von Alaun zurücklaſſen, ebenſo gibt es auch Leute, deren Heiterkeit und frohe Laune ſich auf's Ange⸗ nehmſte allen den hiefür empfänglichen Seelen mittheilt,

welche mit ihnen umgehen. So eine Natur war Madame

Duvallet; ſie ſtrahlte ordentlich Vergnügen und Wohl⸗ wollen aus; ihre lebhaften und einſt ſehr hübſchen Augen