Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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7 hin mit leichtem, elaſtiſchem Gange, und dazu ſingt er ein Lied ohne Worte.

Unſer freundlicher und geneigter Leſer, der uns mit gutem Glauben, geduldig, beharrlich und ausdauernd ſchon ſo oft gefolgt iſt, der mit uns durchlebte die verſchiedenſten Verhältniſſe der verſchiedenſten Menſchen, wird uns hoffent⸗ lich nicht zutrauen, daß wir uns erlauben werden, eine unſerer neuen Geſchichten anzufangen mitten in dunkler Racht auf freiem Felde, einen Lichtſchein erblickend, der unter ziemlich eigenthümlichen Verhältniſſen erloſch. Wir ſind offenherzig genug zu erklären, daß dieſe Einleitung von Jedem, den ſie langweilt, unbedingt überſchlagen wer⸗ den kann; ja, wir ſetzen hinzu, daß wir ſelbſt nicht ganz genau wiſſen, wie wir eigentlich zu dieſer Einleitung ge⸗ kommen ſind. Mit kurzen Worten wollten wir nämlich ſagen, das Erblicken eines Lichtſchimmers in dunkler Nacht im freien Felde beſchäftige unſere Phantaſie nicht minder, als wenn wir durch die nächtlich ſtillen Straßen der Stadt wandelnd aus einem geöffneten Fenſter die Klänge einer Muſik vernehmen. Hier aber richten ſich unſere Phan⸗ taſieen ſehr nach der Art der Muſik; den melancholiſchen Tönen einer Flöte hört man mit einem mitleidigen Gefühle zu; man bedauert, daß der Virtuos, der ſich und ſeine Nebenmenſchen alſo quält, nichts Beſſeres als gerade das zu thun weiß; man iſt geneigt, die unglückliche Flöte für ein fühlendes Weſen zu halten, das ſtöhnt und klagt unter den ſie umkrallenden Fingern ihres unbarmherzigen Peini⸗ gers. Glücklicher Weiſe tönen die Flöten nächtlicher Weile aus den vierten Stockwerken herab, in einer Entfernung, in der es ſelbſt einer kräftigen Lunge nicht möglich iſt, ſich allzu bemerklich zu machen; auch ſind wohl ſtille, finſtere Höfe die Orte, wo Flötenconcerte gedeihen, zuweilen aber auch der Zwiſchenſtock irgend eines anſehnlichen Hauſes, in