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dem ſich unten ein Spezereiladen befindet. Und das iſt alsdann für die Nachbarn eine Flötenkrankheit mit gefähr⸗ lichen und beängſtigenden Symptomen.
Der Dichtung Flamm' iſt alle Zeit ein Fluch
ſingt Freiligrath. Und er hat ſehr Recht, denn das poetiſche Gemüth, die lebhafte Einbildungskraft ſehen die gewöhn⸗ lichſten Dinge meiſtens auf eine peinliche Art illuſtrirt; was für einen anderen Menſchen blos unerquickliche Flö⸗ tentöne ſind, ſtellt ſich uns dar als das Bild eines blaſſen jungen Menſchen in niederer Kammer, der mit geſpitztem Maule in die unglückſelige Flöte hineinbläst, während ſeine langen, dünnen, Winters mit Froſtbeulen verſehenen Finger unheimlich wie Spinnenfüße auf den Löchern des Holzes herumkriechen.
Auch Guitarrenklänge machen aus den eben angeführ⸗ ten Gründen keine angenehme Wirkung auf uns. Das Geſchnarr der Saiten, die vielen falſchen Töne, die mit unterlaufen, und dann die Lieder, die wir hören müſſen, die alten, bekannten Lieder, die uns ſo Vieles in's Gedächt⸗ niß zurückrufen,— alles das vergegenwärtigt uns zu leb⸗ haft und zu grauſam eine Zeit, wo wir noch halb im Flügelkleide ſteckend das Schönſte auf den Fluren ſuchten und nach der Mädchenſchule gingen, um der Erkorenen unſeres Herzens einen Strauß Roſen und Vergißmeinnicht zuzuſtecken, und das ſehr heimlicher Weiſe, denn wehe unſerer aufkeimenden Liebe, wenn ſie vom Mädchenſchullehrer ent⸗ deckt oder von einem mißgünſtigen Nebenbuhler verrathen wurde. Das war jene flegelig⸗bummelige Zeit, wo wir uns im erſten Schmerz unerwiderter Liebe den erſten Rauſch tranken, um alsdann beim erſten Katzenjammer die erſte Guitarrelection zu nehmen. Wollten doch auch wir mit Saitengekreiſch das berühmte Lied ſingen können:
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