Teil eines Werkes 
4. Bd. (1863)
Entstehung
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Marietta.

te. wenn Ihr aufrichtig ſein wollt, müßt Ihr mir geſtehen, daß ich auch dieſes ſchlecht genug ſpreche. 1Ich bin immer aufrichtig, ſagte ſie lachend,und muß , Euch Recht geben; wäre ich keine Neapolitanerin, ſetzte ſie etwas hochmüthig hinzu,ſo würde ich, wenn Ihr zu mir ſprecht, nicht wiſſen, was Ihr mir ſagen wollt, aber ich merke ſchon an dem Tone Eurer Worte, was Ihr mir gern verſtändlich machen möchtet; ſchade übrigens, daß Ihr mein Liedchen nicht verſtanden habt. Das bedaure ich auch, und Ihr könnt wohl ſo gut ſein, es mir in andern Worten deutlich vorzuſagen; es iſt auch ſchade, wenn ich es nicht verſtehen ſoll, da Ihr es für

1 mich geſungen.

So paßt auf, gab das ſchöne Mädchen luſtig zur Antwort;ich ſang vorhin: Wie ſchön tanzen dieſe beiden 4

Schweſtern, die eine iſt eine Deutſche, die andere eine Ita⸗ lienerin; eine hat Zucker im Munde, die andere trägt alle Schönheiten in der Hand; jene erlöſ't den Menſchen vom

Galgen, dieſe macht ſelbſt die Gerechtigkeit zittern. Als ſie das Lied, welches ſie nur gewohnt war, in nea⸗ politaniſchem Dialekte ſchnell und luſtig zu ſingen, jetzt in * anderem Italieniſch langſam vortragen mußte, ſchien ſie et⸗ was befangen, denn ihre Wangen hatten ſich mit einer dun⸗ keln Röthe bedeckt und ihre Augen leuchteten, ſo daß ſich der junge Mann nicht enthalten konnte, ſo tief wie möglich in

dieſe gefährlichen Sterne zu blicken.

Ich danke Euch, ſagte Don Enrico raſch aufathmend, daß Ihr mir ein Lied geſungen, in welchem einer Lands⸗ männin von mir ſo freundlich gedacht iſt; es hat eine hübſche