Teil eines Werkes 
4. Bd. (1863)
Entstehung
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Marietta. 299

Das wird ſchwer gehen, verſetzte Don Enrico nach einem augenblicklichen Stillſchweigen etwas kleinlaut;ich male nur Landſchaften, Häuſer, Bäume, höchſtens Blumen; freilich als eine liebliche Blüthe könnte ich

Es iſt ſchade, unterbrach ihn das junge Mädchen raſch,daß Ihr mich nicht malen könnt! Dann fügte ſie mit einem ſchalkhaften Lächeln hinzu:Ich glaube, ich wäre im Stande geweſen und hätte Euch erlaubt, mich zu malen. Ihr müßt nämlich wiſſen, ſetzte ſie mit hoch erhobenem Kopfe hinzu,daß ich es noch nie jemand erlaubt habe, ein Bild von mir zu machen.

O, wie ärgerlich, ſeufzte der arme Landſchaftler in ſich hinein,daß ich nicht den Muth habe, ſie beim Worte zu nehmen! Wie könnte ich ſo ungeſtört vor ſie hinſitzen und ihr in die brennenden Augen ſchauen! Vielleicht aber iſt es auch ſo beſſer.

Nun, wenn Ihr mich nicht malen könnt, ſprach das junge Mädchen, während ſie ſich bemühte, die Raupen mit Futter zu verſehen,ſo könnt Ihr mir wenigſtens helfen, indem Ihr mir den Korb haltet; da nehmt, und geht hinter mir drein und haltet mir ihn hübſch zur Seite, daß ich nicht ſo weit herumzulangen brauche.

Wenn es Euch einerlei iſt, Donna Marietta, erwi⸗ derte Richter vergnügt,ſo reiche ich Euch lieber die einzel⸗ nen Blätter hin, Ihr habt es dann noch bequemer. Dabei hatte er den verwegenen Nebengedanken, zuweilen ihre Finger oder gar ihren Arm leicht berühren zu können. Das Geſchäft ging in der Art auch ganz hübſch vor ſich. Don Enrico folgte dem jungen, ſchönen Mädchen mit dem Körbchen, und zwar ging er ſo nahe hinter ihr, daß, wenn ſie ſich einmal