Teil eines Werkes 
4. Bd. (1863)
Entstehung
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Marietta.

trachtungen, und als er ſich raſch umwandte, ſah er unter der geöffneten Thür Marietta ſtehen, an ihrer Seite den zottigen Hofhund, welcher ihn mit einer bedenklichen Grimaſſe anſchaute; doch ſchlug ihn das junge Mädchen mit ihrer flachen Hand auf den breiten Kopf und ſagte mit befehlender Stimme:„Ruhig, Pluto!“ worauf ſich das gewaltige Thier dicht an ſie ſchmiegte, während er mit einem leichten Wedeln des Schweifes nach ihr aufblickte.

Richter hatte ſich erhoben, nahm ſeinen Hut mit einer zierlichen Handbewegung vom Kopfe und ſagte, während er ſich tief verbeugte:„Verzeiht mir, Donna Marietta, daß ich mir erlaubte, hier hereinzutreten.“

Die Tochter des Pachters hielt mit der linken Hand

einen Korb voll grüner Maulbeerblätter, den ſie graziös auf

ihre Hüfte aufgeſetzt trug. Sie blickte dem Fremden ein paar Augenblicke forſchend ins Geſicht, dann aber öffnete ſie lächelnd ihre feinen Lippen und erwiderte, indem ſie ihre ſchneeweißen Zähne ſehen ließ:„Was habe ich zu verzeihen? Ihr ſeid der Gaſt meines Vaters, und der wird gewiß nichts dagegen haben, wenn Ihr unſere Seidenwürmer anſchaut. Aber warum ſeht Ihr mir ſo ſtarr ins Geſicht?“

Der junge Mann, der eine Antwort auf die letztere Frage ſchuldig blieb, fuhr mit der Hand über die Augen, als wolle er auf dieſe Art ſeinen Augen eine andere Rich⸗ tung geben, dann entgegnete er:„Es iſt möglich, daß Euer Herr Vater nichts dagegen hat, wenn ich mir die Seiden⸗ würmer betrachte, was mit großem Intereſſe geſchehen iſt, doch möchte ich auch mit ſeiner Erlaubniß nichts thun, was Euch perſönlich unangenehm wäre, Donna Marietta!“ Das ſchöne junge Mädchen ſchüttelte mit dem Kopfe.