Teil eines Werkes 
5. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Licht nach dunkeln Stunden. 27

Aha, ich verſtehe, lieber Arthur! Doch ſo viel ich über die Geſchichte hörte, hätten Sie darauf vorbereitet ſein können.

Den Teufel auch! Mir zeigte ſie beſtändig ein ſo

felſenhartes Herz, daß ich eher an meinen Tod geglaubt

hätte, als an das Wunder, das ſich hier begeben zu haben ſcheint.

Vor einem Wunder muß man ſich beugen, lieber Ar⸗ thur, wie überhaupt vor ſo manchem, was das Schickſal über uns verhängt. Seien Sie vernünftig, und wenn Sie wirklich die Abſicht haben, dieſes Land zu verlaſſen, ſo bietet ſich Ihnen doch wahrhaftig keine beſſere Gelegenheit, als mit uns zu fahren.

Eine herrliche, eine entzückende Gelegenheit, ſeufzte Arthur,das iſt nur zu wahr! Herzlichen Dank für Ihr freundliches Anerbieten, ich will es mir überlegen. Wann denken Sie Neapel zu verlaſſen?

Hoffentlich heute Abend noch; Gaetano verſprach mir

bis dahin mit ſeinen Geſchäften vollends im Reinen zu ſein.

Der Marcheſe erſchien jetzt mit Richter und dem Kna⸗ ben; Letzterer hatte die Hand ſeines Freundes erfaßt und ſein dankbares Gemüth forſchte bei Richter nach Nachrichten von allen ihren ehemaligen gemeinſchaftlichen Bekannten, doch wußte ihm dieſer natürlicher Weiſe wenig Auskunft zu geben, da er die Heimat früher verlaſſen.

Arthur von Marlott, der nachdenkend über das Meer

hinweggeſchaut, wandte ſich jetzt um, und ſein Erſtaunen

kannte keine Grenzen, als er mit einem Male und ſo ganz unerwartet den Flüchtling von Ravello vor ſich ſah. Das iſt wahrhaftig ein Tag der Wunder! rief er aus;