Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Dunkle Stunden. 3

bemerkte man die gewöhnlich unumſchränkte Herrſcherin dieſer Räume mit Kartoffelſchälen beſchäftigt, und ſah andere fremde weibliche Geſtalten die höheren geheimen Myſterien beſorgen, das Ganze aber kommandirt von einer Kochfrau erſten Ranges, die mit hochrothem Geſichte in alle Töpfe ſchaute, hier Zucker und dort Salz beifügte, alle Saucen verſuchte, links in einem Topf rührte, rechts eine Caſſerolle vom Feuer wegſchob, und zwiſchen dieſen verſchiedenen Beſchäftigungen jedes Mal an den Anrichttiſch zurückkehrte, wo ſie einer Flaſche Wein zu⸗ ſprach, von dem ſie jetzt ein Glas trank, um gleich darauf ein anderes mit feinem Zwieback auszutunken. Auf einem Nebentiſche ſah man eine ganze Batterie von Porzellantellern und Geſchirren aller Art aufgepflanzt, deren Maſſe ſich aber zuſehens verringerte, da jeden Augenblick Dienſtmädchen in weißen Schürzen erſchienen, welche das Service in die Speiſe⸗ zimmer des erſten Stockes trugen. Hier ſah man einen Freund des Hauſes, der zugleich königlicher Tafeldecker war, beſchäftigt, ein Werk herzurichten, das ſeinen Meiſter. loben mußte; wenn man die ſelbſtgefällige Miene des Herrn be⸗ trachtete, mit der er die wohl und zierlich geordneten Reihen von Porzellan, Kryſtall und Silber betrachtete, ſo konnte man wohl überzeugt ſein, daß ein Kenner damit zufrieden ſein mußte. In den übrigen Zimmern war es ſtill und leer, denn die näher Betheiligten, ſo wie die Hochzeitsgäſte waren in der Kirche verſammelt, um die Hauptfeier dieſes außer⸗ ordentlichen Tages zu begehen.

Was den Anzug der Braut betraf, ſo war es ſelbſt⸗ redend, daß der Schneider Schweizer etwas Außerordent⸗ liches geliefert hatte, aus Kunſt that er, was er konnte, und war ſehr erfreut, als ſeine zeitweilige Gehülfin, Mamſell