Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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2 Vierunddreißigſtes Kapitel.

Schrecken, daß eine Steigerung für morgen rein unmöglich ſei. Darin hatte ſie Recht: es konnte in dieſem Genre nichts Reizenderes und Lieblicheres geſchaffen werden, und deßhalb war der Beſchluß der Frau Wittwe Speiteler, da eine Stei⸗ gerung unmöglich ſei, für heute, den feſtlichen Tag, gar nichts ſehen zu laſſen, der allergeſcheiteſte. Deßhalb ſah denn auch die Straßenjugend ſchon am heutigen frühen Morgen grüne Vorhänge vor den Fenſtern herabgelaſſen, und ſtatt der Herr⸗ lichkeit, die geſtern noch hier zu ſchauen war, nur eine Reihe von Porzellanvaſen voll blühender Blumen. Auch für die täglichen Kunden war dies ein Wink, heute nicht den Verſuch zu machen, um die Hochzeitsfeier zu ſtören, denn wie vorn die Fenſter durch Vorhänge maskirt, ſo blieb zur Seite auch der Laden geſchloſſen, und der Lehrjunge, der in ſauberer, blauer Jacke, rother Weſte und ſchneeweißer Schürze am Eingange ſtand er hatte ſpäter die Obliegenheit, mit Hülfe eines der Knechte den Wein aus dem Keller herauf zu för⸗ dern machte eine entſchieden mißbilligende und verneinende ſtumme Geberde, wenn es trotzdem jemand wagen wollte, ſich der verſchloſſenen Ladenthür zu nähern.

Von dem hinteren Theile der Hausflur her, wo alle die ſchaurigen Requiſiten der ehrſamen Metzgerzunft, der mächtige Hackblock mit dem breiten Beil, die blinkenden Klingen der

langen und ſpitzen Meſſer, blutige Kübel und auch die weißen

Leichname der gemordeten Schweine ſorgfältig entfernt worden waren, drang ein angenehmer feiner Duft hervor, zwiſchen dem der wohlriechende Brodem der Gans und geſchmorter Aepfeln vorherrſchend war. Drang man weiter in jenes Heiligthum und warf einen Blick in die große und ſchöne Küche, ſo ſah man hier alles in unerhörter Thätigkeit, ſo