Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet's dunkle Stunde. 287
wäre noch alles gut gegangen, doch konnte er es nicht ertra⸗ gen, ſo vor ihren Augen gänzlich zu verunglücken, und was er im Sange gefehlt, hoffte er durch ein ausdrucksvolles Spiel wieder gut zu machen. Deßhalb als er ſein Allah! hinaus ſchrie, trat er, ſo viel Schrecken und Entſetzen auf ſeinen Mienen zeigend, als ihm nur möglich war, mit dem linken Fuße einen ſo ungeheuren Schritt zurück, und trat ſeinen Freund Richter ſo furchtbar auf ein Hühnerauge, daß dieſer, obgleich im Singchor an Selbſtüberwindung gewöhnt, doch ein halblautes: Kreuzdonnerwetter! ertönen ließ und ſei⸗ nen ſchmerzenden Fuß ſo heftig zurückzog, daß er den armen Sidi-⸗ben⸗Aben⸗Hamet nothwendiger Weiſe aus dem Gleich⸗ gewicht bringen mußte. Da dieſes unglückliche Oberhaupt der Ulemas im ſelben Augenblicke aber auch ſchwunghaft mit ſeinem Oberkörper zurückwich, ſo verlor er das Uebergewicht und ſtürzte mit einer entſetzlichen Behendigkeit, den Kopf rückwärts voran, in die Tiefen der Ulemas, die für ihren Chef in dieſem furchtbaren Augenblicke nicht das Geringſte thun konnten. An ein Aufhalten dieſer niederſtürzenden Bombe war nicht im Geringſten zu denken, und erſt als der unglück⸗ liche Debutant unter dem kränkenden Gelächter des Publi⸗ kums zur Ruhe gekommen war, ſcharten ſich die Ulemas dicht um ihn herum, und Herr Richter, ſo wie der lange hagere Choriſt griffen lebhaft zu, um ihn vom Boden emporzuheben und mit ſo wenig Aufſehen wie möglich hinter die Couliſſen zurück zu ſchleppen.
Es war noch ein Glück für ihn, ſo wie für die ganze Vorſtellung, daß Roſa gerade auf der Bühne ſtand. Einen Augenblick zuckte etwas wie die Idee von einem Lächeln über ihr ſchönes Geſicht, nicht ſowohl hervorgerufen durch den
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