Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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286 Achtzehntes Kapitel.

Und hinter dem Orcheſter ſitzt das Publikum, und lacht und ziſchelt und reckt die Hälſe und lieſ't den Zettel und richtet ſeine tauſend gläſernen Augen gegen das Opfer, wel⸗ ches nun auf der Bühne erſchienen iſt. Das iſt alſo der angehende Sänger? flüſtert ein Nachbar dem andern zu, bleich genug ſieht er aus. Und ſchlecht angezogen iſt er. Wie er mit den Armen ſchlottert und mit gebogenen Knieen geht. Da erleben wir etwas. Ein ſchönes Ober⸗ haupt der Ulemas; er hat furchtbare Angſt, wie ein ſchlechter Soldat in der Schlacht der hinter ihm iſt, muß ihn or⸗ dentlich vorſchieben. Jetzt öffnet er den Mund.

Der Mufti uns befohlen hat,

hätte nun der unglückliche Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet ſingen ſollen, da er aber nur den Mund öffnete und keinen Ton hervor⸗ brachte, ſo erbarmte ſich der Chor der Ulemas ſeiner und ſang Solo und Chorſtimme alles durcheinander, doch richtig wie es geſchrieben ſtand, und ſo wäre dieſe Scene auch ohne be⸗ ſondere Störung vor ſich gegangen, wenn ſich nicht der un⸗ glückliche Debutant etwas Weniges ermannt hätte, um ſo wie er den Vorhang im Hintergrunde ſich bewegen ſah, ſein Allah! heraus zu ſchreien. Leider aber verfehlte er den Takt und irrte ſich auch, wie man in der muſikaliſchen Welt zu ſagen pflegt, um eine dicke Schwingung in der Tonart. Im Publikum wurde gelacht, und ſelbſt ein ziſchender Ton drang zu den Ohren des unglücklichen Oberhauptes der Ulemas.

Da erſchien Fatime, und das Publikum empfing ſeinen Liebling mit einem raſenden Applaus.

Hätte ſich der Debutant, durch dieſen Beifallsſturm ge⸗ deckt, leiſe zwiſchen die Reihen der Ulemas zurückgezogen, ſo