Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamets dunkle Stunde. 285
Gefühl, mit welchem er nach vier ſchlecht ausgeführten Schrit⸗ vor den grimmig blickenden Kalif Soliman trat. Im Schauſpiel kann man ſchon eine Pauſe riskiren, man ne Anrede herausbringt, wohl einen Augen⸗ blick ſtumm daſtehen. Iſt der, mit welchem man zu thun hat, ein routinirter Schauſpieler und dabei ein wohlwollender Menſch, ſo wird er uns durch eine Pantomime unterſtützen, durch eine Handbewegung, welche zum Beiſpiel ſo viel ſagt als: Sprich mein Sohn! Ja er kann noch mehr thun, kr kann für uns ſprechen: ich verſtehe deine Miene, ich leſe aus den verzerrten Zügen deines bleichen Geſichtes, daß die Feinde vor den Thoren ſind. Bei einer Oper aber, wo
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kann, ehe man ei
der Takt der Muſik unerbitt⸗
lich fortſchreitet, iſt kein Anhalten, kein Verweilen möglich; die Violinen klingen, die Hörner ſchmettern, der Contrebaß brummt, das tobt und rauſcht durch einander, und es iſt das gerade, als triebeſt du auf wild bewegtem Strome einem Waſſerſturze zu, der dich in der nächſten Sekunde mit hinab⸗ reißen muß in ſeine unergründlichen Tiefen. Selbſt der Capellmeiſter, der Mann, der mit ſicherer Hand und hochge⸗ ſchwungenem Taktirſtock das Ganze regiert und leitet wie der Reiter ein wohldreſſirtes Pferd, muß geſchehen laſſen, was da geſchieht, und wenn ihm ſelbſt eben ſo gut wie dem Sänger da droben der helle Angſtſchweiß auf Es iſt wie in der Schlacht: „Die Pferde ſchnauben und ſetzen an, Liege, wer will, mitten in der Bahn, Sei es mein Bruder, mein leiblicher Sohn, Zerriß' mir die Seele ſein Jammerton, Ueber ſeinen Leib hinweg muß ich jagen, Kann ihn nicht ſachte bei Seite tragen.“
der Stirne perlt.—
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