Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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284 Achtzehntes Kapitel.

Selbſt der Kalif, der bis jetzt in finſterem Gleichmuthe dem Tanze der Odaliskenſchaar zugeſchaut, ſchien einen ban⸗ gen Blick auf Herrn Bander zu werfen ſo kam es dieſem wenigſtens vor und fuhr mit der Hand über die Stirne, als fühle er ſie auffallend heiß werden.

Fünf, ſechs, ſieben, acht! zählte der pünktliche College weiter, und das Herz Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet's, welches den Takt der lebhaften Muſik in halben Noten begleitet hatte, ſchlug auf einmal Viertel und ging, während jener fortfuhr: neun, zehn, elf, zwölf zu zählen in haſtigen Achteltakt über.

Wenn nur die Janitſcharenmuſik hinter der Scene nicht gar ſo toll gelärmt hätte! So aber übertönte ſie förmlich die Muſik des Orcheſters und ließ ihn kaum die Tonart unter⸗ ſcheiden, in welche er im nächſten Augenblicke einſetzen mußte.

Von der Stirne des Debutanten rieſelte der Schweiß herab und verlor ſich tropfenweiſe in dem dicken ſchwarzen Barte, den man um ſein Kinn und ſeine Wangen geklebt, das fühlte er wohl, und trotz der großen Aufregung, welche ſein ganzes Nervenſyſtem erſchütterte, ſtieg auf einmal ein Gefühl in ihm auf, als ob dieſer falſche Bart ſich loslöſen müſſe und von ihm herabfallen, ſo wie er vor Soliman ſtände.

Dieſer ſchreckliche Gedanke raubte ihm faſt den letzten

Reſt ſeiner Sinne, und es war noch ein Glück für ihn, daß er ſeinen treuen Richter hinter ſich hatte zwanzig! zählte dieſer nun, und darauf fühlte Bander den angekündigten leich⸗ ten Puff, der ihn vorwärts ſchob.

Hinaus, hinaus! flüſterten die Ulemas, und er ſprang von einem tauſend Fuß hohen Thurme in ein wild brauſen⸗

des, an Klippen ſchäumendes Meer hinab. So war das