Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet's dunkle Stunde. 283
der ſo unbedeutenden Sache ſich ſo linkiſch benehmen kann, und daß er ſtatt mit einem decidirten Schritte aufzutreten, nur hereintrippelt, und ſtatt mit ruhiger Miene laut und deutlich zu ſprechen, zuerſt nach Luft ſchnappt, wie ein Fiſch auf trockenem Sand, und dann vielleicht ſagen wird: Gnä⸗ diger Brief, dieſer Herr da draußen, oder etwas mehr oder minder Gelungenes. Du würdeſt das natürlicher Weiſe beſ⸗ ſer machen. So lieſ't man wenigſtens aus manchem Achſel⸗ zucken und manchem mitleidigen Lächeln aus der Maſſe der
Zuſchauer. Glaube mir aber, geneigter Leſer, es iſt für Man⸗
chen ein furchtbarer Augenblick, ſo zum erſten Male vor die gewiſſen Lampen treten zu müſſen, die in der Wirklichkeit in einer ſchönen geraden Linie am Proſcenium flammen, für den aber, welcher ſie in dieſem entſcheidenden Augenblicke ſieht, ganz beſondere Schlangenlinien beſchreiben und mit einer er⸗ ſchreckenden Lebhaftigkeit auf und ab zu hüpfen ſcheinen, hin⸗ ter ſich das Publikum beleuchtend, Kopf an Kopf, wogende, murmelnde Maſſen, ein wild bewegtes Meer, das ſo gerne geneigt iſt, ein neues Opfer zu verſchlingen.
Für Herrn Bander war dieſer furchtbare Augenblick ge⸗ kommen, und als er dicht an der Scene, an der Couliſſe ſtehend, hinausſchaute, kam ihm alles ſo ganz anders vor als auf der Probe oder als noch vor wenigen Augenblicken. Jedes der alten bekannten Geſichter von den Sängern und vom
Chor ſchien einen andern Ausdruck angenommen zu haben,
hatte etwas Fremdartiges, ſchien mit ſtarren Augen nach der Couliſſe zu blicken, wo er ſtand, und ſich mit dem Vorgefühl zu beſchäftigen, es müſſe ſich im nächſten Augenblicke etwas Schreckliches begeben.
„Eins, zwei, drei, vier!“ zählte Herr Richter.
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