Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel.

dem ſie nicht mit der Stimme wirkt, ſondern nur mit ihren gefährlichen Augen und ihrem unvergleichlichen Körper.

Bander wandte ſich unmuthig ab. Dieſe Worte aus dem Munde des leichtfertigen Collegen verletzten ihn. Wie durfte es jemand wagen, ſo von ihr zu ſprechen? Jede der⸗ artige Bemerkung erſchien ihm eine Entweihung, und wenn er ſich ſagen mußte, daß vielleicht die Mehrzahl der Tauſende, die ihrem Auftreten mit Spannung entgegen ſahen, etwas Aehnliches denken würden, ſo ballte er ſeine Hände zuſam⸗ men und haßte die ſchauluſtige rohe Menge.

Doch weg mit dieſen Gedanken! Er zog ſeine Rolle aus den Falten des Gewandes und überſchaute ſie noch einmal flüchtig. Sonderbar, ſein Herz ſchlug heftig und den Athem mußte er faſt mit Gewalt in die Bruſt ziehen.

Sie müſſen ſich an die Spitze des Chores ſtellen, ſagte Herr Bärenſtecher,wir haben von dem Augenblick an, wo die Janitſcharenmuſik einfällt, noch vierundzwanzig Takte. Geben Sie Acht, junger Mann, es handelt ſich um Ihre Zukunft, doch ſeien Sie nicht verzagt, ſetzte der gutmüthige Beamte hinzu,geſtern in der Probe und vorhin iſt es ganz gut gegangen. Alſo vierundzwanzig Takte! Zählen Sie ein bischen mit, Richter!

Das verſteht ſich von ſelbſt, gab dieſer zur Antwort, und beim zwanzigſten Takte werde ich ihm einen Pfuff ap⸗ pliciren. Dann gehſt du los, machſt vier große Schritte gegen Herrn Benzenberger und ſperrſt den Schnabel auf.

Wenn Du, geneigter Leſer, auf der Bühne einen An⸗ fänger herauskommen ſiehſt, der zu melden hat: Gnädiger Herr, ſo eben wurde dieſer Brief für Sie abgegeben, ſo be⸗ greifſt Du nicht, wie es möglich iſt, daß dieſer Anfänger bei