Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet's dunkle Stunde. 281
Ecke des Palmenwaldes herum, ſein Buch in der Hand und ſprach mit ſeiner näſelnden Stimme:„Ihre Scene wird ſo⸗ gleich kommen, Fräulein Roſa.— Sie, Herr Bander, kommen zwiſchen der dritten und vierten Couliſſe heraus, die Ande⸗ ren ſind ſchon auf ihren Poſten. Sie thäten auch gut daran, junger Mann,“ ſetzte er murmelnd hinzu,„ſich nicht all zu ſehr zu zerſtreuen. Gott der Gerechte, wie iſt die Welt ge⸗ worden! Wenn man früher zum erſten Mal auftrat, ſo wartete man zitternd vor Aufregung hinter der Couliſſe, bis ſeine Scene kam, ließ die Naſe nicht aus dem Notenblatt. Es wäre einem ſolchen Dilettanten gar nicht eingefallen, ſeine Zeit mit der erſten Tänzerin zu verplaudern.“
Roſa hörte von dieſen Worten nichts mehr; ſie war mit einer freundlichen Neigung des Kopfes nach dem Hintergrunde gegangen. Bei Herrn Bander aber riefen ſie eine peinliche Stimmung hervor; er war durch das unverhofft gekommene Glück, mit dem angebeteten Mädchen reden zu dürfen, ſo völlig der Wirklichkeit entrückt worden, daß er, wie aus einem ſüßen Traume auf barſche Art wach gerüttelt, nun ſehr unſanft auf den Boden der Wirklichkeit zurückfiel. Ihn überſiel ein leichtes Fröſteln, denn im erſten Augenblicke wußte er ſo wenig mehr von ſeiner Rolle, daß er ſich kgum noch erinnerte, es gebe überhaupt einen Sidi⸗ben⸗Aben⸗Hamet auf der Welt.
„Nun, alter Ulema,“ rief Herr Richter lachend unter einem Palmenblatt hervor,„ſind wir zum Dienſt der Muſen ge⸗ richtet, nachdem wir vorher mit der gefährlichſten Sklavin des Großherrn Worte gewechſelt? Guter Knabe, nimm dich in Acht. Wenn es kalte, herzloſe Sirenen gibt, die den Sinn bethören und das Herz ermatten laſſen, ſo iſt es dieſe, trotz⸗
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