Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Vierzigſtes Kapitel.

Da trat der Heldenſpieler, Herr Holder, aus der rechten Seitenkouliſſe hervor bis an die Lampen und verbeugte ſich drei Mal ſehr tief.

Jetzt hält er ſeinen Zimmerſpruch, ſagte Herr Trommler

leiſe zu Eugen,da werden Sie was hören; er läßt ſich das nicht

nehmen; denn das iſt, wie er ſelbſt ſagt, ſeine liebſte Rolle, in welcher er ſich nämlich erlauben kann, einem Publikum, das gar

nicht vorhanden iſt, die ſchönſten Grobheiten zu ſagen.

So wäͤren wir denn einmal wieder fertig, ſagte jetzt der Heldenſpieler mit tiefer, dröhnender Stimme, und das Organ war ſo gewaltig, daß trotzdem, daß jede Sylbe von den feſt ge⸗ ſchloſſenen Zähnen zerriſſen wurde, doch jede klar und verſtänd⸗ lich an das Ohr ſchlug.So wäre denn wieder einmal dieſe miſerable Bude ſgebaut, ein Tempel der Kunſt, wie wir ſie nennen, die doch in Wahrheit nichts iſt, als ein erbärmliches Nar⸗

renhaus. Ja, ein Narrenhaus! nicht jetzt, wo dieſe Stätte

noch unentweiht vor unſern Augen liegt, aber es werdend in dem Augenblicke, wo ſich die Thüren öffnen und wo jene Narren Publikum genannt dieſe ſtillen Räumen bevölkern, entheili⸗ gen. Ehe dies alſo geſchieht, und ehe wir gezwungen ſind, in die glotzenden ſtieren Augen zu ſehen, und ehe wir es uns gefal⸗ len laſſen, daß ſie uns Beleidiguntcen aller Art in unſer edles Künſtlerantlitz ſchleudern, ſchwere Beleidigungen in der Geſtalt von Beifall, leichtere in der Geſtalt von Mißfallen ehe alles das geſchieht, und ſo lange wir noch hier unter uns und allein ſind, will ich euch ſagen, daß daß... Hier machte Herr Holder eine peinliche längere Pauſe, und fuhr ſich mit der Hand über die Stirn und ſchaute ängſtlich rechts und links in die Kouliſſen.Ja, will ich euch eigentlich ſagen, fuhr er