Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Errichtung eines ländlichen Theaters. 303

mit faſt tonloſer Stimme fort und ſtarrte hinunter auf die leeren Stühle.

Bravo! rief der Direktor in dieſem Augenblicke, und Bravo! rief deſſen Bruder; und die vier kleinen Kinder, die eben⸗ falls da waren, ſchrieen ſo laut, als ſie mit ihren dünnen Stim⸗ men vermochten:Bravo, Herr Holder! und der kleine Hektor ſetzte hinzu:Den Zimmerſpruch, lieber Herr Holder!

Der Heldenſpieler auf der Bühne holte tief Athem, und als er dabei die niedergeſchlagenen Augen erhob, hätte man glauben ſollen, er tauche aus einem dichten Nebel auf und ziehe oberhalb deſſelben begierig die reinere Luft ein.

Ja ſo, den Zimmerſpruch? murmelte er.Richtig, rich⸗ tig! Mir ſcheint, ich bin einigermaßen von meer Rolle abge⸗ ſchweift. Nun, es thut wahrhaftig nichta⸗ kennt's noch öfters hören.

Dieſe Bretter, dieſe armſeligen Bretter voller Aſtlöcher und Sprünge, aufgenagelt auf⸗halbmorſche Fäſſer, die zu altersſchwach ſind, um noch irgend eine Flüſſigkeit in ſich aufzunehmen und er⸗ tragen zu bör pehieſe Bretter, welche die Welt bedeuten, haben wir alſo zuſamimen gefügt. Das Fundament wäre da, und lieb⸗ lich darauf hingebaut Zimmer und Schloß, Wald und Straße. Möge nun unſer Werk gedeihen, möge ſich zahlreich füllen dieſer Tempel der Kunſt! Und möge ſich das vielköpfige Thier, Publi⸗ kum genannt, drunten an der Kaſſe ſeine dicken Köpfe blutig ſchlagen und ſich am Eingang um eine Karte balgen, wie hung⸗ rige Buben um eine Semmel beim Bäcker! Dazu ſage ich Amen!