298 Vierzigſtes Kapitel.
ferut werden, wurden ſte hier herab gelaſſen, was ebenfalls einen ſehr ſchönen Effekt machte.
Dekorationen beſaß die Geſellſchaft vier: ein bürgerliches Zimmer, ein Gemach in einem Schloſſe, eine Straße und einen Wald. Letzterer wurde durch die ſchöne Kunſt, mit Verſatzſtücken
zu arbeiten, ſehr leicht zu allem anderen Nothwendigen eingerich⸗
tet; vermittelſt eines Paars zierlich zugeſpitzter Bäume und einer Marmorfigur wurde ein Garten daraus. Ein paar Felſen hinein verſetzt, verwandelten ihn in eine Felspartie; ein einfaches Kreuz machte ihn zum ſchauerlichen Rendez⸗vous für Mörder und Räu⸗ ber, oder auch zum Spielplatze der verſchiedenartigſten Geiſter. So half man ſich, ſo gut man konnte, und das Publikum von Schloßfelden war ſo höflich und gut erzogen, daß es dem Direk⸗ tor und ſeinen Dekorationen Alles aufs Wort glaubte, ſeine Fel⸗ ſen für wirkliche und ſeine gemalten Bäume für die ſchönſten auf der Welt hielt. Es ſtellte keine Vergleichungen an, es nahm in kindlicher Unſchuld hin, was man ihm gab, und war ſo für ſeine paar Kreuzer heiter und zufrieden.
Als nun das Theater ſo weit hergeſtellt war, eine Arbeit, bei welcher der Heldenſpieler, Herr Holder, das Uebermögliche ge⸗ leiſtet, wurden ſämmtliche Dekorationen ſowie die Hauptgardine probirt, und erſt als ſich die ganze Maſchinerie als vollkommen und untadelhaft erwieſen, ſchritt man zur Einrichtung der Garderobe.
Glücklicher Weiſe ſtieß der Tanzſaal auf der Seite, wo ſich die Bühne befand, an einen Heuboden, deſſen Eingang kaum zwei Fuß von dem etzten Fenſter des Saales entfernt war⸗ Dieſe beiden Oeffnungen wurden nun mit Hülfe eines kundigen Zim⸗ mermannes zuſammen verbunden, ſowie mit einer alten Leinwand


