Errichtung eines ländlichen Theaters. 2927
der Bruſt ein paar ſchützende Flügel aus, und das auf ſo ängſt⸗ liche Art, wie eine Gluckhenne es zu machen pflegt, wenn ſie ihre
Brut dem herannahenden Feinde aufs Aengſtlichſte zu verbergen ſtrebt.
Nach dem Geſetze aller Baukunde, zuerſt ein ſolides Funda⸗ ment zu legen, gieng man denn auch hier zu Werk. Die oben erwähnten Fäſſer, die ſchon öfters den ehrenvollen Beruf erfüllt hatten, jene Bretter zu tragen, welche die Welt bedeuten, wurden reihenweiſe neben einander geſtellt, und zwar ſo, daß die kleineren vorn, die größeren nach hinten zu ſtehen kamen. Hiedurch gewann man auf ſehr kunſtloſe Art ein ſanft anſteigendes Podium. Die Fäſſer wurden nun unter ſich mit Latten verbunden, die Bretter darüber hin genagelt, und ſo war das Fundament in Kurzem fertig. Ja, es befand ſich ſogar hinten eine Verſenkung, eine höchſt nothwendige Einrichtung, die bei dem Schauſpiel unmöglich feh⸗ len darf.
Nachdem das Podium ſo hergeſtellt war, wurde die Haupt⸗ gardine angebracht, und hiezu fanden ſich noch zwei eiſerne Klo⸗ ben vor, die vom vorigen Male, wo man hier geſpielt, durch die Fürſorge der Wirthin ſtecken geblieben, und welche man nur dem Auge dadurch unſichtbar gemacht hatte, daß man ſie mit weißer Farbe überſtrich. Nach dem Vorhange wurden die Seitenkouliſſen aufgehängt, welche bei einer nöthigen Verwandlung auf die ein⸗ fachſte Art gedreht wurden. Die vier Hintergründe, welche die Geſellſchaft beſaß, wurden nun ebenfalls ungefähr zwei Schuh vom hinteren Ende des Saales angebracht, da, wo das Podium bereits aufhörte. Hiedurch gewann man wenigſtens unten einen Platz zum Verwandeln, der oben abgieng; denn ſtatt daß bei anderen Theatern die Vorhänge in die Höhe gezogen und ſo ent⸗


