292 Vierzigſtes Kapitel.
„Und ein glücklicher Zufall,“ ſagte Herr Trommler, indem er die ihm freundlich angebotene zweite Cigarre annahm.„Wie glücklich ſchätze ich mich, daß auch ich eine kleine Schuld an dieſem Zufalle habe!“
„Da iſt ja unſer würdiger College, der Herr Trommler, 4 rief der luſtige Rath;„der muß ja Ortskenntniſſe genug beſitzen, um uns ſagen zu können, ob da droben das Schloß zu jener Be⸗ ſchreibung des Doktor Wellen paßt.“
„Vom Schloſſe droben weiß ich leider nicht ſehr viel; wir haben freilich ein paar Mal oben geſpielt, aber dann kamen wir kurz vor der Vorſtellung hinauf und giengen gleich nachher
wieder herunter. Für mich allein war ich nie droben.“
„Aber Sie werden doch wiſſen,“ fragte Eugen, vob ſich in der Nähe des Schloßes eine kleine Kapelle befindet?“
„Das weiß ich nun gerade nicht,“ ſagte der Künſtler. „Leider muß ich bekennen, daß ich in der Umgebung des Schloſſes nur von einem kleinen Wirthshauſe weiß, von einer Kapelle habe ich nie etwas gehört.“ 1
„Wir werden uns irren,“ ſagte Eugen;„es gibt am Ende viele Wirthshäuſer zur wilden Roſe, die in der Nähe von alten Schlöſſern liegen.“
„Was die Wirthshäuſer zur wilden Roſe anbelangt,“ ſagte Herr Trommler,„ſo muß ich Ihrer Meinung widerſprechen. In dieſer Gegend des Landes gibt es nur das einzige dieſes Namens; es iſt keines mit einem gleichen Schilde auf zehn Stunden in der Runde.“
„Das Beſte wäre,“ meinte Herr Sidel,„wenn wir die Wirthin erſuchten, uns hierüber Auskunft zu geben. Iſt jene Begebenheit hier geſchehen, ſo muß i am beſten darüber Be⸗ ſcheid wiſſen.“
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