Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Errichtung eines ländlichen Theaters.

Seltſam, ſehr ſeltſam! ſagte Herr Sidel.Zett fällt 3

mir auf einmal die ganze Geſchichte ein, und du wirſt dich ebenſo gewiß daran erinnern.

Freilich thue ich das, entgegnete Eugen.

Doktor Wellen erzählte uns von einem Freiwilligen, den er im italieniſchen Feldzuge getroffen, und der in der Schlacht von Novara geblieben. Nicht wahr? Dieſer hatte ihm eine Be⸗ gebenheit aus ſeinem Leben vertraut, deren Schauplatz nahe einem Wirthshauſe zur wilden Roſe war. Iſt's nicht ſo?

Ganz recht! ſagte Eugen;ich erinnere mich jetzt genau.

Und der Doktor Wellen beſchrieb die Gegend ſo außer⸗ ordentlich umſtändlich, ſagte Herr Sidel;und dieſe Beſchrei⸗ bung paßt merkwürdig hieher. Ich habe doch nicht gewußt, weßhalb mir das Thal und das Schloß da drüben ſo gar nicht fremd vorkamen.

Mir gieng es gerade ſo, entgegnete Eugen.Als wir geſtern Abend den Berg hernieder ſtiegen und nun ſo plötzlich die unregelmäßigen Gebäude dort oben mit ihren Zinnen und Mauern vor meinem Blicke erſchienen, da war es mir, als kenne ich das alles ſchon, als ſei ich hier ſchon oft geweſen und gern da geweſen. Das iſt in der That ſonderbar; es war mir gar nicht ſo, als käme ich in eine fremde Gegend; nein, es heimelte mich an, als wäre ich hier zu Hauſe.

Das kann ich von mir gerade nicht ſagen, meinte Herr Sidel.Aber ſollte es möglich ſein, daß jene Geſchichte des Doktor Wellen mit demSchloſſe und dem Thale zuſammenhängt, daß hier wirklich der Schauplatz dieſer Begebenheit wäre? In dem Falle hielte ich es für höchſt ſeltſam, daß wir gerade hieher

gekommen. Siehſt du, Eugen, der Zufall! 19*