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Neununddreißigſtes Kapitel.
Herr Trommler hatte ſich das Frühſtück außerordentlich
4 ſchmecken laſſen, und wie dankbar nahm er eine der guten Cigar⸗
ren Eugen's und ließ den blauen Dampf mit unendlichem Wohl⸗
8 behagen in die klare Morgenluft hinauf ſteigen! Obgleich ein
ſtarker Raucher, hatte er doch begreiflicher Weiſe ſo etwas Gutes lange nicht geraucht, und ſo ſaß denn der würdige Künſtler, die Augen halb geſchloſſen, den feinen Dampf in ſich ziehend, und hob nur zuweilen den Blick etwas in die Höhe nach dem alten Schloſſe zu, hinter dem jetzt die Sonne in aller Pracht aufzu⸗ ſteigen begann.
„Vor der Hitze ſind wir hier geſchützt,“ ſagte Herr Tromm⸗ ler nach einer längeren Pauſe, indem er vergnügt um ſich blinzelte und den zitternden leuchtenden Punkten zuſah, welche hie und da auf den Steinen der Terraſſe ſichtbar wurden,— einzelne Son⸗ nenblicke, die in die Laube drangen, wo ſich hie und da durch den leichten Luftzug in der Roſendecke ein Blatt verſchob; draußen aber glänzte und funkelte das Licht des mächtigen, allgewaltigen Geſtirnes in aller Pracht und Herrlichkeit, und ſeine Macht em⸗ pfand die Straße, welche durch die Felder lief und jetzt ſchon bei jedem Fußtritte dicke Staubwolken aufſteigen ließ; noch mehr aber die Pferde vor dem hochbeladenen Heuwagen, welche die Köpfe hangen ließen und mit dem Schweife wedelten, um zahlloſe Flie⸗
gen von ſich abzuhalten.
„Sie ſind, wie ich geſtern erfuhr, zum erſten Mal in dieſer Gegend,“ ſagte Herr Trommler zu Eugen;„nicht wahr, ſte iſt ſchön? Man könnte ſich leicht entſchließen, hier ſein ganzes Leben zu verbringen.— Sie haben doch gute Zimmer erhalten? Man wohnt bei Frau Roſel ganz ordentlich und hat gute Betten— namentlich in den unteren Stockwerken,“ ſetzte er mit einem


