Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel.

Keine Unterſchrift? efragte Katharine, nachdem ſte ge⸗ leſen, und ſah ihr Gegenüber fragend an.

Keine, antwortete dieſes mit verſchämten, niedergeſchla⸗

genen Augen,und das finde ich gerade ſo unendlich zart. Und Sie wiſſen auch gar nicht, wer der junge Mann iſt?

forſchte das Mädchen weiter.

Nicht eine Sylbe! ſagte eifrig die alte Jungfer;ach, es wäre mein Tod, wenn ich es wüßte!

Nun, nun, ſo ſchlimm wird's gerade auch nicht ſein, meinte das junge Mädchen;werden Sie ihm Hoffnung geben? u Worin? fragte Clementine. 2 Nun, daß Sie ihn lieben wollen. 2

Hierauf erfolgte lange Zeit keine Antwort.

Clementine nahm den Brief aus der Hand ihrer Freundin, faltete ihn zuſammen und verwahrte ihn bei ſich an demſelben

Platze, wo auch die ſchöne Katharine ihr Billet von heute Morgen aufgehoben.

Alſo Sie fühlen kein Intereſſe für ihn? forſchte die neu⸗ gierige Katharine, und ein ſchelmiſches Lächeln ſpielte um ihren Mund.

Ich will das gerade nicht behaupten, ſagte ſtockend Cle⸗ mentine,aber der junge Menſch iſt ſo ſtürmiſch, ich fürchte mich vor ihm.

Ich dagegen, meinte Katharine,würde einmal den Verſuch machen, ihn zu ſprechen. Ihn zu ſprechen? Nimmermehr! rief die alte Jungfer. Ja, was wollen Sie denn thun? Ihm vielleicht ſchreiben! entgegnete Clementine verſchämt und hielt ihren Sonnenſchirm vor das Geſicht.

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