Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Clementine Strebeling erhält einen Brief.

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3 mit jedem Schlage die Worte ausſeufzt:O Clementine, ich 3 liebe dich! Verzeihen Sie abermals, meine Gefühle reißen 4 mich hin, ich wollte eigentlich ſagen:Clementine, ich liebe Sie! aber es iſt ganz einerlei: die Gefühle dieſer

Liebe ſind da. Doch wie ich in den innerſten Tiefen meines Ge⸗ fühls fürchte, ſind dieſe Gefühle unerwiedert und werden o ich Unglücklicher auf ewig unerwiedert bleiben!

Denn, ach! Cle⸗ mentine, ich kenne Ihr reines Herz, ich weiß, daß Sie ſich ſchaudernd abwenden von dem, was wir Männer die Liebe nen⸗ nen, ich weiß, daß Ihr zartes Gemüth zurück ſchrickt beim An⸗ blick eines Mannes aber was hilft das alles!? Kann ich meine Gefühle verläugnen? O nein, ich kann es nicht! Soll ich leben? Soll ich ſterben? Dieſe Frage weiß ich Ihnen in den verdunkelten Gefühlen meines Herzens nicht zu beantworten. O Clementine, ich hätte nicht den Muth, Ihnen perſönlich gegen⸗ über nur durch einen Blick zu verrathen, wie ſehr ich Sie liebe! Aber wenn ich Ihnen heute, morgen irgendwo begegnete, ſo würde ich die Augen niederſchlagen, und nichts in der Welt vermöchte es, ein ähnliches Wort meinen zitternden Lippen zu erpreſſen. Aber die Frau Schilder gegenüber iſt eine äußerſt brave Frau, und wenn Sie ihr für mich ein paar freundliche Zeilen übergeben wollten, ſo wäre ich der Seligſte unter den Sterblichen.

Liebe iſt ein einzig's Wort, Liebe, Leben eilet fort.

Keime ſterben, Blüthen färben,

Leiden enden, Freuden blenden, Freundſchaft dauert. Nur Liebe währet, Liebe währet ewig! So denkend, ſchließe ich und bin und bleibe

Ihr Ewiggetreueſter