6 zu werfen. 1
Einundzwanzigſtes Kapitel.
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fangen:„Aber an allem dem ſeh' ich durchaus gar nichts
Schlimmes; was können Sie dafür, wenn ein junger Mann—
der Sie erblickt— wenn Sie ihm gefallen— an Sie ſchreibt?“
„Nicht wahr, Katharine,“ ſagte ängſtlich die Jungfer, „daran trage ich gewiß keine Schuld?“
mit der Miene eines Richters, worauf Clementine einen tiefen
„Ganz unſchuldig ſtnd Sie,“ verſetzte das junge Mädchen
Seufzer that und gen Himmel blickte, als wollte ſie ſagen:
Warum hat der liebe Gott uns Mädchen auch ſo unwiderſtehlich
dieſe Zeilen unmöglich laut vorleſen hören.“ „Katharine entfaltete das Papier, es uſ von roſenrother
V geſchaffen? „Aber den Brief wollen wir doch leſen,“ ſagte Katharine neeugierig. „Aber leiſe, ganz leiſe,“ ſprach Clementine,„ich kann
Farbe, und obgleich ſie gemäß dem Wunſche der alten Jungfer für ſich las, ſo iſt es uns doch kraft unſerer Unſichtbarkeit ge⸗ ſtattet, einen Blick über die Schultern des jungen Mädchens
Auf dem Papiere ſtand:
„Theure Clementine!
O, verzeihen Sie vor allen Dingen, daß ich es wage, Ihren mir ſo lieben Namen auszuſprechen, verzeihen Sie aber
vor allen Dingen, daß ich zu Ihnen geſagt: nu Theure Clemen⸗ tine.*¹. Aber Sie geſehen habend, von Ihnen gegrüßt worden zu
ſein, und alsdann dieſe Zeilen vielleicht mit den Worten„Mein ſchönes Fräuleinan zu beginnen, iſt mehr, als ein fühlendes Herz vermag———,, u., ich habe ein fühlendes Herz, theure Clementine! ein treues Herz, das für Sie fühlt, ein Herz, das


