Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Jungfer Clementine.

203

trau' ich Euch nicht, als ich fürchte, Ihr könnt das Schwätzen nicht laſſen, da Ihr genau wißt, daß ich allein den Kopf in der Schlinge habe.

Dummes Zeugl! wer wird ſo was glauben? ſagte der Fuhrmann. 8

So was glaube ich, meinte lächelnd die Frau; n's iſt ſchade um das ſchöne Geſchäft; es war Alles ſo gut wie eingelei⸗ tet. Schon heute hätten wir den erſten Brief ſchreiben können; und ich bin überzeugt, ſte wär' ſogleich Feuer und Flamme ge⸗ weſen, und es wäre was Tüchtiges abgefallen.

Nun, ſo thun wirs's doch! rief hitzig der Fuhrmann; gebt mir Feder und Papier, das iſt gleich abgemacht!

Nein, nein, ich mag nicht! ſagte die Frau.

Noch einen Schoppen! rief der Fuhrmann; und als die Frau aufſtand, um ihn zu holen, ſagte er leiſe zu ſeinem Bruder: Gib nur Acht, die ganze Komödie, welche die Alte ſpielt, dreht ſich einzig darum, daß ſie etwas mehr herausſchlagen will von dem Gewinnſt nämlich; wir hatten abgeſprochen, Jeder von uns Dreien bekomme ein Drittel, was nicht mehr als billig iſt paſſ' auf, ſo wie wir ihr den Willen thun und ihr vom Ganzen die Häͤlfte laſſen ſie meint, ſie könne das anſprechen, weil alle Gefahr auf ihrer Seite wäre ſo wird ſie gleich nachgeben; im Grunde iſt's ja einerlei; denn was ſie mehr bekommt, das pum⸗ pen wir ihr hintendrein doch wieder ab.

Die Frau kam mit dem Wein zurück und ſetzte ihn auf den Tiſch.

Wie hatten wir es doch damals verabredet? ſagte der Fuhrmann.Wenn ich mich recht erinnere, ſo ſolltet Ihr vom Gewinn die Hälfte haben, und wir zuſammen die andere Hälfte. War es nicht ſo, Frau?