Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Jungfer Clementine. 201

einmal umgeſchaut, können wir nicht mit Beſtimmtheit angeben; wenn es aber geſchah, ſo war es reiner Zufall denn wir müſſen die bündigſte Erklärung abgeben, daß der gute Schul⸗ meiſter an jenes zarte, blaſſe Weſen, das er nur aus Artigkeit gegrüßt, auch nicht im Geringſten weiter dachte.

Die Gebrüder Schoppelmann waren unterdeſſen durch das Ausbleiben der Wirthin einiger Maßen ungeduldig geworden und machten ziemlich unfreundliche Geſichter, als ſie wieder her⸗ eintrat.

Die Frau bemerkte das aber durchaus nicht, oder ſchien es nicht bemerken zu wollen; denn ſtie ſetzte ſich an ihr Fenſter und nahm das ſchmierige Zeitungspapier wieder in die Hand.

Die Brüder tranken in ihrem Unmuthe die Schoppen leer und verlangten neue. Nachdem dieſe gebracht waren, entſtand abermals eine Pauſe, welche die Wirthin durchaus nicht Willens ſchien, durch irgend ein intereſſantes und lehrreiches Geſpräch zu unterbrechen.

Das muß ſchon wahr ſein, ſagte endlich der Fuhrmann nach einer Pauſe,bei Euch findet man zuweilen ganz curioſe Geſellſchaft. War das nicht der Strolch, der bei dem Stillfried Bedienter iſt?'s war gut, daß er davon gieng; denn wenn ich mit ihm bekannt geworden wäre, ſo hätte ich ihm gleich ſeinen Wein ſauer gemacht.

Was?¹ ſagte die Frau und ſchien entrüſtet;mein Wein ſei ſauer? Wer kann das ſagen? Und wenn er wirklich ſauer wäre, wer zwingt Euch denn, ihn zu trinken? Laßt ihn nur in Gottes Namen ſtehen!

Die will heute einmal wieder taub ſein! ſagte der Jäger zu ſeinem Bruder;ſie hat wieder ihren ſchlechten Tag. He, Frau Schilder, hört ihr wieder einmal nicht gut?