Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Allerdings ſagt man etwas! entgegnete beſtimmt der Bruder und goß ſich eine Taſſe Kaffee ein.Und man ſagt ſogar recht viel über Herrn Eugen und Jungfer Katharine, über die ſchöne Kathaxina, wie die Leute ſie nennen.

Ueber mein Kind! ſagte ernſt die Mutter.Aber Katha⸗ rine, fuhr ſie nach einer Pauſe eifriger fort und ſchüttelte die Hand,weiß gewiß nichts davon, ſie iſt ganz unſchuldig. Doch dem Herrn Eugen ſollte man das legen.

Ja, wenn ich's ihm nur legen dürfte! ſagte der Fuhr⸗ mann und ſchnitt ſich ein ungeheures Stück Brod ab; nich wollte es ihm ſo legen, daß er ſich ſelbſt mit legen müßte. Soll ich ihm vielleicht einmal in den Weg laufen und ein Wort mit ihm ſprechen?

Nein, nein, ſagte die Mutter, vdas iſt keine Sache für deine Hände. Gott ſoll mich bewahren! Darin will ich ſchon meine eigenen Gänge machen. Der Katharine will ich den Kopf ſchon zurecht ſetzen, und wenn die Frau Staatsräthin eine recht⸗ ſchaffene Dame iſt, ſo wird ſie mit ihrem Sohne das Gleiche thun. Laß mich nur machen.

Der Bruder wollte noch Einiges entgegnen, doch bat ihn Madame Schoppelmann, jetzt gefälligſt ſein Maul zu halten, denn ſie wolle ihren Kaffee in Ruhe trinken.

Nach einigen Augenblicken kam auch Katharina wieder aus dem Nebenzimmer hervor, jetzt vollſtändig angezogen, einfach, in einer Tracht, die zwiſchen denen der Dienſtmädchen guter Häuſer und der Bürgerstöchter die Mitte hielt. Von jenen hatte ſie das ſchwarze nette Mieder entlehnt, von dieſen den langen Rock, und der Schnitt des ganzen Kleides paßte ſo gut zuſammen und war in den Farben ſo geſchmackvoll gewählt, daß Jedermann, der

dieſer vollen, prächtigen Geſtalt mit dem friſchen, blühenden

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