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Zweites Kapitel.
Doch Katharina lachte ſtatt aller Antwort laut hinaus, und es gelang ihr, recht unbefangen zu lachen.„Eugen! Eugen!“ ſagte ſie alsdann;„nun ja, das iſt möglich, daß einer von den vielen Herren, die von meinen Blumen kaufen, Eugen heißt, auch daß er vielleicht oft kommt, ſich Sträuße zu holen.“
„So oft,“ rief der Bruder dazwiſchen,„daß die ganze Stadt davon ſpricht.
„Ei, Katharine,“ ſagte die Mutter ſehr ernſt,„da fällt mir auch etwas ein, was man mir neulich geſagt— ich weiß nicht mehr recht, welche von den Weibern es war— ja, ja, die ſagte mir wahrhaftig etwas Aehnliches. Nimm dich in Acht,
Katharine, vor dem Gerede der Leute und vor deiner Mutter!
Jetzt komme ich auf einmal wieder klar auf die ganze Geſchichte; ja, ja, es iſt ſchon was Wahres daran, was der Fritz ſagt.“*
„Nicht wahr, Mutter?“
„Und ich werde dir den ganzen Blumenhandel noch legen,“ fuhr dieſe fort.„Meiner einzigen Tochter was nachſagen zu laſſen, das ſollte mir fehlen! Ja, ja, wer hat es mir nur geſagt? Katharine, nimm dich in Acht! Ich glaube— wenn ich mich nicht ganz irre— es hieß, der nichtsnutzige Sohn der verwitt⸗ weten Staatsräthin Stillfried ſtreiche den ganzen Vormittag um deine Körbe herum.“
„So iſt's, Mutter,“ ſagte der Fuhrmann,„der liederliche Herr Eugen, der iſt's! Und daß an der Sache was Wahres iſt, könnt Ihr deutlich an Eurer Jungfer Tochter abnehmen. Hat ſie nicht vorhin gethan, als wenn ſte mich freſſen wollte, und jetzt iſt ſie mäuschenſtill geworden?“
Das Maädchen warf den Kopf trotzig in die Höhe und ließ auf den Bruder einen Blick unbeſchreiblicher Verachtung blitzen. Dann ſagte ſte:„Es iſt freilich am beſten, wenn man deine


