Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Der Bruder aber brach, durch die lange Weigerung, ſeine Anklage vorzubringen, dieſer ſelbſt die Spitze ab, und die Mutter mußte natürlicher Weiſe denken, wenn er wirklich etwas wüßte, ſo würde er ſich nicht ſo lange ſperren, damit heraus zu rücken. Und doch bedurfte es noch mancher außerordentlich heftigen Auf⸗ forderung von Seiten der Schweſter, ſowie eines nicht ganz ge⸗ linden Schlages der Mutter auf den Tiſch, um den einigermaßen V eingeſchüchterten Fuhrmann zu bewegen, das, was er wußte, von

ſich zu geben.Es iſt die alte Geſchichte, ſagte er achſelzuckend, die Ihr aber nie glauben wollt, Mutter, ſo oft man Euch auch ſchon davon geſprochen der Blumenhandel von Katharine. und was geht dich mein Blumenhandel an? ſagte ver⸗ ächtlich das Mädchen und richtete ſich mit ihrer anſehnlichen Ge⸗ ſtalt ſtolz in die Höhe.Bekümmere dich um deine Gänſe und Enten! Ja freilich, entgegnete lachend der Bruder,geht mich 6 dein Blumenhandel nichts an; ich bin auch, Gott ſei Dank! keiner

von jenen jungen Offizieren zu Fuß und zu Pferd, die das Pflaſter auf dem Markt zu Schanden trampeln, mit Schleppſäbel und Federhut, und dann bin ich ja auch nicht die ſchöne Katharine, wie ſie dich heißen. Ha! ha! Und noch viel weniger gäbe ich nur einen Groſchen um das beſte Bouquet von dir, und wenn

du... es mir auch ſelbſt an den Rock ſtecken thäteſt. 3Wem iſtecke ich Blumen an den Rock? ſagte heftig und

erhitzt das Mädchen;wem? du Läſtermaul!

Nun, nun, entgegnete der Bruder,das thuſt du freilich 3 nicht Vielen, aber wenn ich auch ſo ein junger Menſch wäre, mit dem braunen Frack, hohen Hemdkragen und darunter e ein violet ſeidenes Tuch, und wenn ich ſo ein blaſſes, lieder⸗ liches Geſicht hätte, wie gewiſſe Leute mit hinaufgewichstem blon⸗