Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ÿ

20

Thür ſtanden, daß man den Klang einzelner von Herrn Schleimer geſprochener Worte vernahm, ohne indeß von dem Geſagten etwas verſtehen zu können. Dabei war ſie zuweilen ſo ſichtbar mit anderen Gedanken beſchäftigt, daß ſie es einmal ohne eigentliche Veranlaſſung für nöthig erklärte, ihre Geſellſchafterin herbeizurufen als Zeuge, wie ſchmerzlich ſie die Abweſenheit der geliebten Nichte empfinde; ja, ſie hatte zu dieſem Zwecke die Thüre mit einem raſchen Griff geöffnet, flüchtig in's Nebenzimmer geſchaut und dann erſt ſelbſt gefunden, daß dieſe Zeugenſchaft eigentlich ganz überflüſſig ſei.

Dies Alles veranlaßte Herrn Joſeph, ſie im Geſpräche in die andere Ecke des Zimmers zu führen, wo er ſich gegen das Fenſter lehnte, und dort trotz aller Zeichen des Mißbehagens und der Ungeduld ſeiner liebenswürdigen Geſchäftsfreundin hartnäckig ſtehen blieb, während er ihr ſo langſam wie möglich auseinanderſetzte, daß es ſowohl in ſeiner als ſeines Bruders Nathan Abſicht liege, für die Zukunft des jungen Mädchens glänzend zu ſorgen, daß dies vielleicht durch eine Adoption von Seiten ſeines Bruders Nathan geſchehen könne, oder durch Beſtimmung eines beträchtlichen Legates.

Sollten Sie, fuhr er in ſeiner langſamen, bedäch⸗ tigen Rede fort,ſchon jetzt etwas Genaues darüber be⸗ ſtimmt wünſchen, ſo bin ich bereit, Ihnen augenblicklich eine weitere Stunde zu opfern, und bitte ich in dieſem Falle um Papier, Dinte und Feder, damit wir im Stande ſind, ſogleich ein rechtskräftiges Inſtrument aufzuſetzen.