Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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men. Hierauf wurde ihm ein Stuhl angeboten und er mit dem Herrn im Zimmer bekannt gemacht.

Herr Joſeph Schropps, einer unſerer genauen Be⸗ kannten Herr Reiſeprediger Schleimer

Herr Schropps grüßte achtungsvoll, welchen Gruß der Herr Reiſeprediger, der ſich von ſeinem Stuhle erhoben hatte und ſteif wie ein Bleiſtift neben demſelben ſtehen blieb, durch eine raſche zweimalige Neigung ſeines Kopfes erwiederte, wobei dieſer Kopf ſo tief auf die Bruſt herab⸗ ſank, als habe er im Nacken ein ganz beſonders beweg⸗ liches Gelenk.

Dann ſetzten ſich alle Vier nieder und Herr Schropps eröffnete das Geſpräch mit der Verſicherung, daß er ſich glücklich ſchätze, Fräulein von Wanner ſo ganz unverän⸗ dert wieder zu finden, ja, vortrefflich ausſehend und eigent⸗ lich jünger geworden, viel, viel jünger.

Es war dies mehr wie ein bloßes Compliment, denn man mußte in der That geſtehen, daß Fräulein von Wanner heute viel beſſer ausſah wie damals, als ſie noch in beſtändigen ſchmerzlichen Aufregungen lebte bei den langjährigen Leiden der theuren, unvergeßlichen Mutter. Sie ſchien ſogar etwas ſtärker geworden, doch konnte dies auch Täuſchung ſein, hervorgebracht durch ihr einfaches, aber ſehr anſtändiges, graues Kleid, welches hoch bis zu ihrem Halſe hinauf ging und dort mit einem nach Herrn⸗ huter⸗Art geſchnittenen Mantelkragen verſehen war. Was dagegen ihren Kopf anbelangte, ſo war das Haar noch eben ſo glanzlos und muffig wie früher. Auch hatte das