Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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1 ihrer eigenen Familie thatſächlich geſtohlen worden. Hatte ja doch der Kanzleidirektor mit ſeinen Schwägern die glück⸗ 4 liche Idee gehabt, die Grundſtücke der Zigeunerinſel da⸗

mals zu erwerben, und nur wegen dieſer Schropps war

man zu ſpät gekommen!

Auch die Doktorin ſah Herrn Joſeph Schropps in das

4 Haus eintreten, und da ihr dieſer Mann, ein Junggeſelle

von koloſſalem Reichthum, nicht übel gefiel, ſo baute ſie in der Einſamkeit ihres Wittwenzimmers Luftſchlöſſer,

4 deren Fundamente die Bekanntſchaft mit Fräulein von

Wanner waren. Doch ahnte der Betreffende nicht, welches Intereſſe verſchiedener Art ſeine Erſcheinung hier hervorgerufen, war auch zu ſehr mit ſeinen Gedanken beſchäftigt, um zu be⸗ 3 merken, daß ſich an den Spionirſpiegeln der gegenüber⸗ 8 liegenden Häuſer verſchiedene erſtaunte Phyſiognomien zeig⸗ ten. Er ſtieg die Treppe hinauf in den erſten Stock, wo

er an einer Glasthüre läutete und das erſcheinende Dienſt⸗ mädchen fragte, ob Fräulein von Wanner vielleicht zu

Hauſe und zu ſprechen ſei. Beides wurde bejaht und er alsbald in ein Zimmer geführt, wo ſich drei Perſonen befanden, zwei Damen und ein Herr, in welchen beiden erſteren er ſogleich Fräulein von Wanner und deren ehemalige Kammerjungfer erkannte. Auch war dieſes Erkennen angenehmer Weiſe gegen⸗ ſeitig und Fräulein Wilhelmine näherte ſich ſogleich ihrem ehemaligen Nachbar, reichte ihm die Hand und hieß ihn, wenngleich mit einiger Zurückhaltung, freundlich willkom⸗