261—
und ihre dunklen Augen ruhten mit einem düſteren Aus⸗ druck auf dem alten bewährten Freunde. Sie öffnete ihre leicht bebenden Lippen, als ob ſie ſprechen wollte, dann aber wandte ſie ſich haſtig um und eilte dem Hauſe zu.
„Und wieder und immer wieder will und muß ich an⸗ klopfen an dieſes liebe, gute, nur zuweilen ſo ſtarre Herz,“ rief Doktor Werner, ihr nachblickend,„und da ich eurer Unterſtützung gewiß bin, meine Freunde, ſo werden wir ſiegen, vielleicht heute noch ſiegen.“
Die fröhliche Stimmung aber, welche bis jetzt an dem kleinen Tiſche geherrſcht, war mit Einem Male verſchwun⸗ den, und die Schatten, welche ſich herabgeſenkt hatten auf die eben noch ſo heiteren Züge der vier Männer, ſtachen ſeltſam ab gegen die gerade jetzt ſo glühende Pracht der im Glanze der tiefſtehenden Sonne ſo wunderbar auf⸗ leuchtenden Landſchaft, auf die Alle ernſt, faſt verſtimmt hinabblickten.
„Endlich,“ rief Meiſter Georg, der des Arztes dar⸗ gebotene Rechte herzlich mit ſeinen beiden Händen zedrückt hatte,„wenn ich nicht irre, kommen dort meine muſikali⸗ ſchen Freunde und werden eine andere Stimmung mit⸗ bringen.— Ei,“ ſetzte er forſchend ausſchauend in ver⸗ wundertem Tone hinzu,„die kommen ja in einem recht eleganten Wagen oder gar in zweien, denn etwas weiter zurück folgt noch ein anderer— welche Verſchwendung, oder wären noch weitere Gäſte heute Abend zu erwarten?“
Er ſchaute bei dieſen Worten auf Doktor Werner, der einen bedeutſamen Blick mit Herrn Schropps gewechſelt


