wo er jetzt elend und ruhelos wandert mit dem Kains⸗ zeichen auf ſeiner Stirn, das ihm der Fluch von Tauſen⸗ den aufgedrückt!“
„Neulich ſprach ich Kniegel,“ ſagte Herr Schropps nach einer längeren Pauſe.„Er hat ſich nach ſeiner Ver⸗ heirathung als ein praktiſcher Mann von allen ſeinen bisherigen Geſchäften zurückgezogen, und es ſollte mich gar nicht wundern, wenn er ſeinem Schwiegervater, Herrn Sprütter, Stoff lieferte zu irgend einer Geſchichte unter dem pikanten Titel: ‚Aufzeichnungen eines Börſenſenſals, der nicht leſen und ſchreiben konnte.: Auch zeigte er mir Briefe des Fräuleins von Wanner, die auf's Kümmer⸗ lichſte in einem kleinen Städtchen von ihrer Hände Arbeit lebt. Jener Schleimer, deſſen ihr euch wohl noch erinnert, ein Menſch, der das Kainszeichen in ſeiner glatten, heuch⸗ leriſch lächelnden Miene trug, hatte ſie überredet, auch ferner mit ihm und ſeiner Frau zuſammen zu leben, doch war die Ehe deſſelben mit der ehemaligen Kammerjungfer ſchon in Kurzem eine ſolche geweſen, daß es unmöglich war, zu ſagen, wer von Beiden der geſchlagenere Theil ſei. Dann verſchwand Herr Schleimer plötzlich und ließ Frau und Freundin arm und hülflos zurück.“
Sophie hatte ernſt und ſinnend vor ſich niedergeblickt und legte jetzt ihre Hand auf den Arm des Herrn Joſeph Schropps, indem ſie mit leiſer Stimme ſprach:„Sie werden wiſſen, wo ſich die Beiden aufhalten, und werden es mir ſagen.“
„Gewiß, doch glaube ich ſchon mit Kniegel's Hülfe in


