Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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Eckhauſe gewandt hatten, wo ein Tapeziergehülfe beſchäftigt war, Vorhänge aufzumachen.

Ei, der Tauſend, ſagte der Kanzleidirektor, glücklich, daß er etwas gefunden hatte, worüber ſich reden ließ,da zieht ja endlich Jemand ein!

Ja, da zieht Jemand ein! antwortete Madame Schwebeling mit einem Tone, der ihm ſogleich klar machte, daß von dorther das Gewitter heranziehe.

Vielleicht eine angenehme Nachbarſchaft? fragte er harmlos.

Eine angenehme Nachbarſchaft!

Weißt du, wer es iſt, mein Kind?

Da wandten ſich die ſchrecklichen Augen wieder gegen ihn:Und das ſollteſt du nicht wiſſen, Balthaſar? Das ſollteſt du nicht bereits in einem Weinhauſe bei deinem Löſer erfahren haben?

Ich, mein Schatz? Ich habe Löſer lange nicht geſehen.

Schon gut! Ich weiß, was ich weiß!

So ſag' es mir, wenn ich bitten darf! entgegnete er, ſich zu einem heiteren Tone zwingend, obgleich es ihm durchaus nicht heiter zu Muthe war, denn er kannte ſeinen Schwager, den Regierungsrath Löſer, der allerdings etwas rückſichtslos, ja unüberlegt war, doch nie im ſchlimmen Sinne, der vielleicht bei einer Vermiethung drüben die Hand im Spiele gehabt und dort eine Familie hingepflanzt mit einer hübſchen Frau oder gar mit ſchönen Töchtern. Ich bin wirklich begierig, wer dort einzieht!