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betrachtete, als vermöge ſie auf den Grund ſeiner Seele zu ſehen.
Auch er tauchte dort hinab und bemühte ſich vergebens, irgend eine Sünde aufzufinden, die er vielleicht begangen haben könnte, fand aber nichts,— abſolut gar nichts. Er hatte weder beim Weggehen verſäumt, ſeiner Frau einen Kuß zu geben, noch hatte er das Stubenmädchen freundlich angeſehen, er war ſich bewußt, an keinem der Häuſer auf der langen Straße hinauf geſchaut zu haben, er hatte ſein Bureau nicht verlaſſen, noch war er mit Löſer zuſammengetroffen.— Woher denn nun aber dieſes un⸗ heimliche„Schon gut!“ Woher ihre ſtarren Augen, die ihn überall hin im Zimmer verfolgten, die mit Intereſſe ſeinen Hut betrachteten, als er ihn an den Nagel hing, ſeinen Stock, als er ihn in eine Ecke ſtellte, die ſich mit ſeinen Blicken ſenkten, als er zufällig einmal an ſich her⸗ unterſah, um ein Stückchen Faden ſeiner Akten⸗Fascikel von ſeiner Weſte zu entfernen?
Ah, dieſe Blicke, er kannte ſie wohl, und wenn ſie ihn auch ſchaudern machten und abſtießen, ſo übten ſie doch wieder dieſelbe Anziehungskraft auf ihn, wie das Auge der Schlange auf ein armes Vögelein, und ſo wurde er auch jetzt zu ihr hingezogen, langſam, aber ſicher, wo⸗ bei er ſich bemühte, ein unbefangenes Geſicht zu machen, ja heiter zu lächeln, während er ſich die Hände rieb, bis er endlich dicht neben ihr ſtand, ſanft ihren Arm berührte, glücklich, daß endlich die ſtarren Augen aufgehört, ihn zu betrachten und ſich dagegen nach dem gegenüberliegenden


