Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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trug und ſtehen geblieben war an einer Wendung des Weges, wo dieſer in die innere Stadt führte, während Meiſter Georg halblinks abgebogen war, nach dem Fluſſe zu, wo zwiſchen einzelnen ſchönen Landhäuſern öffentliche Gärten der verſchiedenſten Rangklaſſen lagen. Von Wei⸗ tem her ſah man durch das Gebüſch Lichterglanz flimmern, hörte auch wohl die gedämpften Klänge eines Muſikſtückes.

Ich habe den Sterngarten gewählt, ſagte er nach einer Pauſe,weil man dort von jeder Dudelei ziemlich verſchont bleibt und weil man da ſogenannte anſtändige Geſellſchaft findet, mit der ich auf dieſe Art wenigſtens per Diſtance gern verkehre, da ſind wir ſchon, und nun hoffe ich, daß mein Lieblingsplätzchen unbeſetzt iſt, es iſt abſeits gelegen, ſtill und beziehungsweiſe dunkel, ganz geeignet für uns Nachtvögel, während ſich die Schaar der bunten Schmetterlinge in allen erdenklichen ſchillernden Farben dort um die blendenden Gaslichter drängt.

Um aber an das bezeichnete ſtille Plätzchen zu gelangen, mußten ſie durch einen Theil jenes Lichterglanzes, wo das Erſcheinen der Muſiker, gefolgt von dem kleinen, zerlumpten Jungen, der den Cellokaſten trug, einiges Aufſehen erregte. Eine friſche Kinderſtimme rief:Ach, wie ſchön, da kom⸗ men Muſikanten! und ein würdevoll ausſehender Kellner ſah ſich hierauf veranlaßt, mit leicht geſchwungener Ser⸗ viette unſerer Geſellſchaft zu folgen, wobei er einem Col⸗ legen im Vorbeigehen zurief:Die ſcheinen nicht zu wiſſen, daß hier bei uns ohne vorherige Anfrage und Anzeige nicht aufgeſpielt werden darf.