Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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7 e heißen Concertſaal, auf die kühle Nachtluft im Freien und auf den hohen Genuß für den, dem es vielleicht vergönnt ſein könnte, in dieſem kühlen Freien noch einen kühlen, angenehmen Nachtſchoppen zu trinken.

Zuweilen, aber ſelten, erfolgt hierauf die Antwort: Ja, wenn es dir Vergnügen macht, ſo gehe noch ein Stündchen in deinen Wirthſchaftsgarten, du wirſt ja hof⸗ fentlich keinen Hausſchlüſſel gebrauchen; meiſtens aber erfolgt auf ein ſo leiſes Probiren des Anklopfens die laute und ſtrenge Antwort:Warum nicht gar, du, ein älterer, verheiratheter Mann, nach dem Concert noch in Wirth⸗ ſchaftsgärten laufen, überlaſſe das jüngeren Leuten, auch ſteht dein Bier gewiß bereits ſeit zwei Stunden zu Hauſe!

Seit zwei Stunden zu Hauſe, wiederholt der Kreuz⸗ träger; doch krazt er ſich verdrießlich am Kopfe und würde gern krampfhaft hinauslachen, wenn er ſich nicht fürchtete. Als ob das ein Troſt wäre, zu Hauſe in der dunſti⸗ gen Stube auf Bier eingeladen zu werden, das bereits ſchon ſeit zwei Stunden auf ihn wartet! Eine verfluchte Geſchichte, wagt er ſchüchtern zu denken, hält aber an ſich geduldig, wie ein Lamm, denn die liebende Gattin hat ſich der größeren Sicherheit wegen feſt an ſeinen Arm gehängt.

O Tantalus, was ſind deine Qualen gegen ſolche! Da ziehen ſie vorüber, die heiteren, freien, luſtigen Men⸗ ſchen, jüngere allerdings, aber auch ältere, wie er ſelbſt iſt, und ſie plaudern von all' den reizenden Orten, wo ſie ſich in Kurzem bei Bier, bei Wein oder bei einer duftigen

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