— 3—
von dem allgemeinen Beifallsſturm; denn wie glücklich fühlt ſich nicht ein Jeder, all' das Schöne nun endlich hinter ſich zu haben und wieder aufathmen zu dürfen in der kühlen Nachtluft! Doch wird der Künſtler noch einmal tüchtig herausgeklopft, erſcheint auch, ſchüttelt ſeine blonden Haarſtränge von der Stirn, macht ein paar weitere linkiſche Verbeugungen und iſt darauf, Gott ſei es gedankt, für immer verſchwunden— ja, Gott ſei es gedankt, denn das Queckſilber des Thermometers, ſowie das Geſicht mancher ſtarken Dame zeigen Badhitze an, oder wenigſtens Spuren davon, die Gasflammen brennen lang und trübe, und der Mann, der die Pauken bearbeitet, verſichert, ſeine Trommel⸗ felle ſeien ſo ſchlaff geworden, daß es kaum noch zu einem Trauermarſch langen würde.
Und nun hinaus in die friſche, kühle Nachtluft! Ah, wie das wohl thut, wie auch dies klaſſiſch iſt, herrlich und dabei nervenberuhigend,— wie ſüß die Hoffnung auf einen kühlen Trunk unter einem vom Nachtwinde leicht bewegten Laubdach!
Die Equipagen mit den glänzenden Laternenlichtern, welche den Boden ſo geheimnißvoll beleuchten, als ſei dort etwas Verlorengegangenes zu ſuchen, rollen eilfertig davon, die zu Fuß gehenden Concertgäſte folgen in langen, ſich weit ausdehnenden Reihen, dort in Gruppen, hier einzeln, häufig aber paarweiſe, Mann und Frau, wie es ſich ge⸗ hört, da ſie ein gütiges Schickſal zuſammengeführt und für dieſes Leben vereint hat. Doch vernimmt man hier häufig von ſeiner Seite kleine Anſpielungen auf den ſchrecklich


